Brotkrumenpfad

Glossar zu Begriffen aus dem Gesundheitswesen

AGREE-Instrument

AGREE (Appraisal of Guidelines Research and Evaluation) beinhaltet eine Checkliste zur Qualitätsbeurteilung von Leitlinien. Das AGREE-Instrument ist ein Werkzeug für Entwickler und Anwender medizinischer Leitlinien zur Beurteilung ihrer methodischen Qualität.

AGREE (Appraisal of Guidelines Research and Evaluation) beinhaltet eine Checkliste zur Qualitätsbeurteilung von Leitlinien. Das AGREE-Instrument ist ein Werkzeug für Entwickler und Anwender medizinischer Leitlinien zur Beurteilung ihrer methodischen Qualität.

Abschlussbericht / Bericht

Abschlussbericht (oder kurz: Bericht) ist die Bezeichnung für wissenschaftliche Ausarbeitungen des IQWiG, die auf Basis eines Auftrags des Gemeinsamen Bundessauschusses oder des Bundesgesundheitsministeriums erarbeitet werden. Berichte entstehen in einem definierten Prozess, der insbesondere die Gelegenheit zur Stellungnahme durch interessierte Personen oder Institutionen vorsieht. Alle Berichte werden frei zugänglich auf der Website www.iqwig.de veröffentlicht.

Abschlussbericht (oder kurz: Bericht) ist die Bezeichnung für wissenschaftliche Ausarbeitungen des IQWiG, die auf Basis eines Auftrags des Gemeinsamen Bundessauschusses oder des Bundesgesundheitsministeriums erarbeitet werden. Berichte entstehen in einem definierten Prozess, der insbesondere die Gel…

Agency for Healthcare Research and Quality

Die Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) ist ein Institut für die Bewertung medizinischer Maßnahmen in den USA und dort dem nationalen Gesundheitsministerium angegliedert. Das Ziel dieses Instituts ist es, die Qualität, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit der Gesundheitsversorgung in den USA zu verbessern. Fundierte Informationen aus der Forschung der AHRQ sollen medizinische Entscheidungsprozesse unterstützen. Die AHRQ trug in der Vergangenheit den Namen AHCPR (Agency for Health Care Policy and Research). Mehr Informationen finden Sie unter: www.ahrq.gov

Die Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ) ist ein Institut für die Bewertung medizinischer Maßnahmen in den USA und dort dem nationalen Gesundheitsministerium angegliedert. Das Ziel dieses Instituts ist es, die Qualität, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit der Gesundheitsverso…

Analytic-Hierarchy-Process-Verfahren

Das Analytic-Hierarchy-Process-Verfahren (AHP-Verfahren) unterstützt komplexe Entscheidungsprobleme, damit beispielsweise die Präferenzen von Patienten bei der Wahl für eine Therapieoption ermittelt werden können. Hierbei sollen die Befragten entscheiden, wie wichtig ihnen jeweils ein Entscheidungskriterium im Vergleich zu einem anderen ist.

Das Analytic-Hierarchy-Process-Verfahren (AHP-Verfahren) unterstützt komplexe Entscheidungsprobleme, damit beispielsweise die Präferenzen von Patienten bei der Wahl für eine Therapieoption ermittelt werden können. Hierbei sollen die Befragten entscheiden, wie wichtig ihnen jeweils ein Entscheidungsk…

Anhörung

Bei bestimmten Zwischenschritten während der Erstellung einer Bewertung durch das IQWiG erfolgt eine Anhörung, die interessierten Personen oder Institutionen die Möglichkeit gibt, schriftlich Stellung zu nehmen. Bleiben Punkte einer Stellungnahme unklar, kann zusätzlich eine mündliche Erörterung stattfinden. Eine Anhörung findet beispielsweise nach der Publikation einer vorläufigen Version des Berichtsplans und eines Vorberichts sowie bei Änderungen des Methodenpapiers statt.

Bei bestimmten Zwischenschritten während der Erstellung einer Bewertung durch das IQWiG erfolgt eine Anhörung, die interessierten Personen oder Institutionen die Möglichkeit gibt, schriftlich Stellung zu nehmen. Bleiben Punkte einer Stellungnahme unklar, kann zusätzlich eine mündliche Erörterung sta…

Arbeitspapier

Produkte, die ohne Einzelbeauftragung, insbesondere im Rahmen des Generalauftrags des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) publiziert werden, werden als Arbeitspapiere bezeichnet. Sie werden nach den im Methodenpapier des IQWiG festgelegten wissenschaftlichen Standards erarbeitet. Überdies gibt es keine Fristen für die Publikation. Eine Diskussion mit der Fachöffentlichkeit findet nach der Veröffentlichung statt.

Produkte, die ohne Einzelbeauftragung, insbesondere im Rahmen des Generalauftrags des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) publiziert werden, werden als Arbeitspapiere bezeichnet. Sie werden nach den im Methodenpapier des IQWiG festgelegten wissenschaftlichen Standards erarbeitet. Überdies gibt es k…

Ausgaben-Einfluss-Analyse

Bei der Ausgaben-Einfluss-Analyse (Budget-Impact-Analyse) werden die direkten finanziellen Konsequenzen bewertet, die mit der Erstattung einer medizinischen Intervention in einem Gesundheitssystem einhergehen.

Bei der Ausgaben-Einfluss-Analyse (Budget-Impact-Analyse) werden die direkten finanziellen Konsequenzen bewertet, die mit der Erstattung einer medizinischen Intervention in einem Gesundheitssystem einhergehen.

Beobachtungsstudie

In Beobachtungsstudien greifen Wissenschaftler im Unterschied zu experimentellen Studien nicht in die Anwendung von medizinischen Maßnahmen ein. In Beobachtungsstudien werden auf der einen Seite Eigenschaften und Verhalten (Exposition) der Teilnehmer registriert und auf der anderen Seite gesundheitlich bedeutende Ereignisse erhoben.

Beobachtungsstudien dienen häufig zur Erfassung und Beschreibung von natürlichen Krankheitsverläufen und zur Beschreibung von Assoziationen zwischen Expositionsfaktoren und bestimmten Ereignissen. In der Regel unterscheiden sich Personen, die eine bestimmte Eigenheit aufweisen aber auch in anderen Eigenschaften vom Rest einer Teilnehmergruppe, sodass die Bedeutung einzelner Faktoren nicht sicher abgegrenzt werden kann. Beobachtungsstudien sind deshalb anfällig für Verzerrungen wie Confounding und Selektionsbias, und können in der Regel keine Ursache-Folge-Wirkung (Kausalität) belegen.

In Beobachtungsstudien greifen Wissenschaftler im Unterschied zu experimentellen Studien nicht in die Anwendung von medizinischen Maßnahmen ein. In Beobachtungsstudien werden auf der einen Seite Eigenschaften und Verhalten (Exposition) der Teilnehmer registriert und auf der anderen Seite gesundheitl…

Berichtsplan

Zwischenschritt in der Erstellung eines IQWiG-Berichts. Im Berichtsplan werden vorab die Eckpunkte des methodischen Vorgehens festgelegt, zum Beispiel, wie der Nutzen verschiedener medizinischer Maßnahmen bewertet werden soll. Dazu wird festgelegt, welche Gruppe von Patienten untersucht werden soll, welche medizinischen Maßnahmen miteinander verglichen und welche Behandlungsergebnisse zur Bewertung herangezogen werden sollen. Außerdem wird festgelegt, wie Studien gesucht, ausgewählt und ausgewertet werden sollen. Der Berichtsplan wird zur öffentlichen Anhörung gestellt. Falls Änderungen der Berichtsmethodik erforderlich sind, werden diese in einer neuen Version des Berichtsplans publiziert.

Zwischenschritt in der Erstellung eines IQWiG-Berichts. Im Berichtsplan werden vorab die Eckpunkte des methodischen Vorgehens festgelegt, zum Beispiel, wie der Nutzen verschiedener medizinischer Maßnahmen bewertet werden soll. Dazu wird festgelegt, welche Gruppe von Patienten untersucht werden soll,…

Best Supportive Care

Als Best Supportive Care (engl. = bestmögliche unterstützende Behandlung) wird eine Behandlung bezeichnet, deren Hauptziel es ist, die Symptome einer schweren Erkrankung zu lindern und eine möglichst gute Lebensqualität zu erreichen. Dabei richtet sich eine BSC nach den Bedürfnissen einer Patientin oder eines Patienten – je nachdem, ob zum Beispiel die Schmerzlinderung bei einer Krebserkrankung, Hilfen im Alltag oder psychologische Unterstützung im Vordergrund stehen. Die Behandlung bekämpft also nicht die Erkrankung, sondern mildert deren Folgen.

Als Best Supportive Care (engl. = bestmögliche unterstützende Behandlung) wird eine Behandlung bezeichnet, deren Hauptziel es ist, die Symptome einer schweren Erkrankung zu lindern und eine möglichst gute Lebensqualität zu erreichen. Dabei richtet sich eine BSC nach den Bedürfnissen einer Patientin …

Bias

Bias“ stammt aus dem Englischen, es gibt kein exakt deckungsgleiches deutsches Wort. Bezogen auf Studien wird hierunter ein systematischer Fehler verstanden, der zur Verzerrung von Studienergebnissen führt, also zu Ergebnissen, die systematisch in eine bestimmte Richtung von den wahren Werten abweichen. Das Ziel kontrollierter Studien ist es, den wahren Unterschied einer Zielgröße bei Anwendung von 2 oder mehr medizinischen Interventionen zu schätzen und deshalb den Einfluss anderer Faktoren soweit wie möglich auszuschließen. 

Bias ist vorhanden, wenn das nicht gelingt, und es sichtbare oder unsichtbare Einflüsse gibt, die einen Unterschied systematisch vergrößern, verkleinern oder möglicherweise sogar umkehren, sodass der gemessene Unterschied nicht mehr allein durch die Alternativen, sondern durch andere Faktoren bedingt ist. Bias kann so stark sein, dass er einen Nutzen vortäuscht, wo in Wahrheit sogar ein Schaden vorliegt. Studienergebnisse können durch eine Vielzahl von Einflüssen verzerrt sein (siehe Biasarten). Ohne einen angemessenen Schutz vor Bias haben Studienergebnisse deshalb keine ausreichende Ergebnissicherheit.

Der Schutz vor Bias ist das zentrale Qualitätsmerkmal klinischer Studien, von der die Ergebnissicherheit abhängt. Studien sollen so geplant, durchgeführt und ausgewertet werden, dass ein Bias minimiert wird.

Bias“ stammt aus dem Englischen, es gibt kein exakt deckungsgleiches deutsches Wort. Bezogen auf Studien wird hierunter ein systematischer Fehler verstanden, der zur Verzerrung von Studienergebnissen führt, also zu Ergebnissen, die systematisch in eine bestimmte Richtung von den wahren Werten abwei…

Biasarten

Attrition-Bias = Verzerrung  durch Studienabbrecher. Teilnehmer, die eine Studie abbrechen, tun das oft aufgrund von Nebenwirkungen, Unzufriedenheit oder schlechter Resultate. Wenn diese Teilnehmer aus der Auswertung herausgenommen werden, führt das unter Umständen zu einer Überschätzung des Effekts einer medizinischen Maßnahme. Gegenmaßnahme: Intention-to-treat-Auswertung, bei der auch Studienabbrecher mit berücksichtigt werden.

Detection-Bias / Informationsbias = Verzerrung, weil in Gruppen unterschiedliche Verfahren zur Feststellung der Endpunkte verwendet werden. Beispiel: Zur Feststellung, ob nach einer Chemotherapie noch ein Tumor vorhanden ist, können Computertomografie, Sonografie oder auch nur eine klinische Untersuchung verwendet werden, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Gegenmaßnahme: In den Studiengruppen müssen dieselben Untersuchungsverfahren eingesetzt werden. Um dies in der Praxis zu erreichen ist die beste Möglichkeit eine verblindete Erhebung der Zielgrößen.

Performance-Bias = Verzerrung zum Beispiel, weil eine Gruppe von Patienten in einer Studie eine zusätzliche Behandlung erhält, die nicht im Rahmen der Studie untersucht wird. Angaben zur Begleittherapie sollten deshalb immer vorhanden sein, um einen eventuellen Unterschied in den Vergleichsgruppen beurteilen zu können. Gegenmaßnahme: Verblindung des ärztlichen Personals,  um Unterschiede in begleitenden Maßnahmen zwischen den zu vergleichenden Gruppen zu vermeiden.

Publication-Bias = Verzerrung durch die Tatsache, dass Studien, die einen negativen oder keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe finden, seltener und später publiziert werden, als Studien mit positiven und signifikanten Resultaten. Ein systematischer Review oder eine Meta-Analyse, die sich ausschließlich auf publizierte Studien stützt, läuft Gefahr, den Effekt der untersuchten Intervention zu überschätzen. Gegenmaßnahme: Suche und Einschluss von bislang unpublizierten Studien.

Selektionsbias = Verzerrung aufgrund ungleicher Zusammensetzung der Vergleichsgruppen, wenn also zum Beispiel eine Gruppe älter oder schwerer erkrankt ist als die andere. Gegenmaßnahme: Zufällige (randomisierte) und verdeckte Zuteilung der Teilnehmer zu den Gruppen.

Lead-Time-Bias = Verzerrung bei der Beurteilung von Methoden zur Früherkennung von Krankheiten durch die reine Vorverlegung einer Diagnose im Vergleich zu Patienten, bei denen die Krankheit erst nach dem Auftreten klinischer Symptome festgestellt wird. Lässt den zeitlichen Abstand zwischen Diagnose und Verschlechterung / Tod auch bei Maßnahmen als verlängert erscheinen, die keine Auswirkungen auf den Zeitpunkt des Todes haben. Gegenmaßnahme: Kontrollierte Studien, in denen alle Teilnehmer ab einem einheitlich festgelegten Zeitpunkt beobachtet werden, und nicht erst ab einer Diagnose.

Length-Bias = Verzerrung bei der Beurteilung von Methoden der Früherkennung von Krankheiten durch bevorzugte Diagnose von Erkrankungen, die einen langsameren, weniger aggressiven Verlauf haben. Lässt einen Nutzen einer Früherkennung dann als gegeben erscheinen, wenn Erkrankungen nicht mitbetrachtet werden, die von einer Früherkennungsuntersuchung nicht miterfasst werden. Gegenmaßnahme: Kontrollierte Studien, in denen der einen Gruppe die Früherkennung angeboten wird, der anderen nicht. Es werden alle neu auftretenden Erkrankungsfälle verglichen.

Attrition-Bias = Verzerrung  durch Studienabbrecher. Teilnehmer, die eine Studie abbrechen, tun das oft aufgrund von Nebenwirkungen, Unzufriedenheit oder schlechter Resultate. Wenn diese Teilnehmer aus der Auswertung herausgenommen werden, führt das unter Umständen zu einer Überschätzung des Effe…

Brustzentrum

Ein Brustzentrum ist ein spezialisiertes Tumorzentrum. Es ist eine Abteilung einer Klinik oder mehrere Fachabteilungen verschiedener Einrichtungen, die sich schwerpunktmäßig mit der Behandlung von Brustkrebs befassen. Hier arbeiten Expertinnen und Experten mehrerer Fachrichtungen eng vernetzt zusammen.

Ein Brustzentrum ist ein spezialisiertes Tumorzentrum. Es ist eine Abteilung einer Klinik oder mehrere Fachabteilungen verschiedener Einrichtungen, die sich schwerpunktmäßig mit der Behandlung von Brustkrebs befassen. Hier arbeiten Expertinnen und Experten mehrerer Fachrichtungen eng vernetzt zusamm…

CONSORT-Statement (Consolidated Standards of Reporting Trials)

Das CONSORT-Statement (CONSORT = Consolidated Standards of Reporting Trials) beschreibt, welche Informationen standardmäßig in Publikationen über Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien enthalten sein sollten. CONSORT schließt eine Checkliste und ein Flussdiagramm ein, dem sich der Umgang mit allen Teilnehmern der Studie entnehmen lässt. Absicht ist es, sicherzustellen, dass die Publikation einer Studie die für die Bewertung der Ergebnissicherheit wichtigen Angaben enthält. Ähnliche Statements für andere Studientypen sind auf der Seite des EQUATOR - Netzwerks zu finden (EQUATOR: Enhancing the QUAlity and Transparency Of health Research; ).

Das CONSORT-Statement (CONSORT = Consolidated Standards of Reporting Trials) beschreibt, welche Informationen standardmäßig in Publikationen über Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien enthalten sein sollten. CONSORT schließt eine Checkliste und ein Flussdiagramm ein, dem sich der Umga…

Cluster-randomisierte Studie

Studie, in der nicht einzelne Patienten zufällig auf Gruppen aufgeteilt werden, sondern in denen Einheiten (Cluster, Gruppen, Haufen) wie Arztpraxen oder Krankenhäuser randomisiert werden. Cluster-randomisierte Studien werden gewählt, wenn es problematisch ist, verschiedene Patienten in einer Praxis oder Klinik sehr unterschiedlich zu behandeln. Zur Analyse von clusterrandomisierten Studien müssen spezielle hierfür geeignete statistische Verfahren angewendet werden.

Studie, in der nicht einzelne Patienten zufällig auf Gruppen aufgeteilt werden, sondern in denen Einheiten (Cluster, Gruppen, Haufen) wie Arztpraxen oder Krankenhäuser randomisiert werden. Cluster-randomisierte Studien werden gewählt, wenn es problematisch ist, verschiedene Patienten in einer Praxis…

Cochrane Collaboration

Die Cochrane Collaboration ist ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sogenannte systematische Übersichten (Reviews) erstellen. Systematische Reviews erlauben wissenschaftlich begründete Aussagen über die Wirksamkeit medizinischer Therapien. Zu diesem Zweck haben die Mitglieder der Cochrane Collaboration Methoden entwickelt, um systematisch und umfassend die verfügbaren Informationen über klinische Studien und die Wirksamkeit medizinischer Maßnahmen zu sammeln. Die deutsche Internetadresse der Cochrane Collaboration, auf der sich die Organisation selbst vorstellt, lautet www.cochrane.de.

Die Cochrane Collaboration ist ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sogenannte systematische Übersichten (Reviews) erstellen. Systematische Reviews erlauben wissenschaftlich begründete Aussagen über die Wirksamkeit medizinischer Therapien. Zu diesem …

Confounder

Als Confounder (Störgröße) wird ein Faktor bezeichnet, der sowohl mit einer Intervention (oder Exposition), als auch mit dem Zielkriterium einer Studie assoziiert ist. Auch im Deutschen wird oft der englische Begriff verwendet. Wenn zum Beispiel die Personen in einer Gruppe, in der Therapie A eingesetzt wird, jünger sind als die der Gruppe, in der Therapie B eingesetzt wird, ist schwer zu entscheiden, inwieweit weniger häufig aufgetretene Herzinfarkte der Gruppe A nun auf die Therapie oder das jüngere Alter zurückzuführen sind. Alter ist dann ein Confounder. Gegenmaßnahme: Randomisierung minimiert solche Ungleichheiten; bekannte und in der Studie erhobene Confounder können durch Anwendung geeigneter statistischer Verfahren berücksichtigt werden (Adjustierung).

Als Confounder (Störgröße) wird ein Faktor bezeichnet, der sowohl mit einer Intervention (oder Exposition), als auch mit dem Zielkriterium einer Studie assoziiert ist. Auch im Deutschen wird oft der englische Begriff verwendet. Wenn zum Beispiel die Personen in einer Gruppe, in der Therapie A einges…

Conjoint-Analyse

Die Conjoint-Analyse (CA) ist ein Verfahren zur Erhebung von Präferenzen. Beispielsweise können damit Patientenpräferenzen bei der Wahl für eine Therapieoption ermittelt werden. Hierbei sollen sich die Befragten jeweils zwischen mindestens 2 Wahlalternativen entscheiden, die aus mehreren Merkmalen bestehen.

Die Conjoint-Analyse (CA) ist ein Verfahren zur Erhebung von Präferenzen. Beispielsweise können damit Patientenpräferenzen bei der Wahl für eine Therapieoption ermittelt werden. Hierbei sollen sich die Befragten jeweils zwischen mindestens 2 Wahlalternativen entscheiden, die aus mehreren Merkmalen b…

Cross-over-Studie

Cross-over-Studien sind eine besondere Form von Therapiestudien. Dabei erhalten die Teilnehmer zuerst eine und nach Ablauf der ersten Studienphase auch die alternative Therapie. In der 1. Studienphase erhalten die Probanden des 1. Studienarmes zunächst Therapie A, die Probanden des 2. Studienarmes Therapie B. Nach einer definierten Behandlungsdauer und ggf. Wartezeit (wash-out), um überhängende Wirkungen aus der ersten Behandlungsphase „auszuwaschen“ wird zur 2. Studienphase gewechselt: Studienarm 1 erhält nun Therapie B und Studienarm 2 Therapie A.Bei Cross-over-Studien wird also nicht die Therapie, sondern die Reihenfolge der Therapie den Patienten (zufällig) zugeteilt. Die Wirksamkeit der Therapien kann am Ende der Studie unter bestimmten Voraussetzungen sowohl durch den Vergleich zwischen als auch innerhalb der Gruppen bestimmt werden. In Cross-over-Studien können Therapiephasen auch mehrmals wechseln und auch mehr als 2 Behandlungen miteinander verglichen werden.

Cross-over-Studien sind eine besondere Form von Therapiestudien. Dabei erhalten die Teilnehmer zuerst eine und nach Ablauf der ersten Studienphase auch die alternative Therapie. In der 1. Studienphase erhalten die Probanden des 1. Studienarmes zunächst Therapie A, die Probanden des 2. Studienarmes T…

Cross-sectional survey

In einer Querschnittsstudie (Cross-sectional Survey) wird eine Population zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht, zum Beispiel um Aussagen über die Häufigkeit (Prävalenz) einer bestimmten Krankheit machen zu können.

In einer Querschnittsstudie (Cross-sectional Survey) wird eine Population zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht, zum Beispiel um Aussagen über die Häufigkeit (Prävalenz) einer bestimmten Krankheit machen zu können.

DELBI

Das Deutsche Leitlinien-Bewertungsinstrument (DELBI) ist eine erläuterte Checkliste zur Beurteilung der methodischen Qualität von Leitlinien. DELBI ist die deutsche Adaptation des internationalen AGREE-Instruments und entspricht diesem im Wesentlichen. Herausgeber sind die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ).

Das Deutsche Leitlinien-Bewertungsinstrument (DELBI) ist eine erläuterte Checkliste zur Beurteilung der methodischen Qualität von Leitlinien. DELBI ist die deutsche Adaptation des internationalen AGREE-Instruments und entspricht diesem im Wesentlichen. Herausgeber sind die Arbeitsgemeinschaft der Wi…

Delphi-Verfahren

Bezeichnung einer Umfragemethode, bei der eine ausgesuchte Gruppe von Experten gebeten wird, zu einem Thema wiederholt Stellung zu nehmen. Ein Delphi-Verfahren umfasst mehrere schriftliche Befragungsrunden, wobei nach jeder Runde die Antworten zusammengefasst und den Teilnehmern erneut zugesandt werden. Ziel ist das Erreichen eines Konsenses der Gruppe. Delphi-Verfahren werden zum Beispiel als formales Konsensverfahren bei der Leitlinien-Erstellung verwendet.

Bezeichnung einer Umfragemethode, bei der eine ausgesuchte Gruppe von Experten gebeten wird, zu einem Thema wiederholt Stellung zu nehmen. Ein Delphi-Verfahren umfasst mehrere schriftliche Befragungsrunden, wobei nach jeder Runde die Antworten zusammengefasst und den Teilnehmern erneut zugesandt wer…

Disease-Management-Programm

Disease-Management-Programme (DMP; disease, engl. = Krankheit) sind umfassende Behandlungsangebote für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie werden seit 2002 von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland angeboten. DMP sollen sich an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin ausrichten und dazu dienen, Krankheiten systematisch und koordiniert zu behandeln und eine gute Lebensqualität für die Patientin oder den Patienten zu ermöglichen. Zu den Programmen gehören regelmäßige Arzttermine mit Beratungsgesprächen und Untersuchungen sowie die Vermittlung von Hintergrundinformationen zum Beispiel durch Schulungen. Derzeit werden DMP für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 oder 2, Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Brustkrebs und koronarer Herzkrankheit angeboten.

Disease-Management-Programme (DMP; disease, engl. = Krankheit) sind umfassende Behandlungsangebote für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie werden seit 2002 von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland angeboten. DMP sollen sich an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin ausrichten und …

Diskontierung

Bei der Diskontierung (Abzinsung) handelt es sich um ein Verfahren aus der Finanzmathematik zur Ermittlung des Gegenwartswertes eines in Zukunft fälligen Wertes / Betrages (sowohl monetär als auch nicht monetär zu verstehen). Mithilfe der Diskontierung können verschiedene Maßnahmen, deren Nutzen und Kosten zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen, durch Abzinsung miteinander verglichen werden. Diskontierung ist nicht der Inflation (= Geldentwertung) gleichzusetzen.

Bei der Diskontierung (Abzinsung) handelt es sich um ein Verfahren aus der Finanzmathematik zur Ermittlung des Gegenwartswertes eines in Zukunft fälligen Wertes / Betrages (sowohl monetär als auch nicht monetär zu verstehen). Mithilfe der Diskontierung können verschiedene Maßnahmen, deren Nutzen und…

Drop-out

Teilnehmer, der aus einer klinischen Studie vor dem geplanten Ende ausscheidet.

Teilnehmer, der aus einer klinischen Studie vor dem geplanten Ende ausscheidet.

EQ-5D

Instrument, mit dem u. a. der Gesundheitszustand unter Verwendung folgender 5 Dimensionen erhoben wird: Beweglichkeit / Mobilität, für sich selbst sorgen, allgemeine Tätigkeit, Schmerzen / körperliche Beschwerden, Angst / Niedergeschlagenheit.

Instrument, mit dem u. a. der Gesundheitszustand unter Verwendung folgender 5 Dimensionen erhoben wird: Beweglichkeit / Mobilität, für sich selbst sorgen, allgemeine Tätigkeit, Schmerzen / körperliche Beschwerden, Angst / Niedergeschlagenheit.

Effekt

Ein Effekt beschreibt den im Rahmen vergleichender klinischer Studien gemessenen Unterschied für eine Zielgröße nach der Anwendung von 2 (oder mehr) Interventionen.

Ein Effekt beschreibt den im Rahmen vergleichender klinischer Studien gemessenen Unterschied für eine Zielgröße nach der Anwendung von 2 (oder mehr) Interventionen.

Effektmaß

Kriterium, das die Stärke eines Effekts beim Vergleich zweier Interventionen beschreibt. Zum Beispiel lassen sich die Effekte von Therapien, die Ereignisse (zum Beispiel Herzinfarkte) verhindern sollen, durch Angabe einer Risikodifferenz (RD) oder eines relativen Risikos (RR) quantifizieren.

Kriterium, das die Stärke eines Effekts beim Vergleich zweier Interventionen beschreibt. Zum Beispiel lassen sich die Effekte von Therapien, die Ereignisse (zum Beispiel Herzinfarkte) verhindern sollen, durch Angabe einer Risikodifferenz (RD) oder eines relativen Risikos (RR) quantifizieren.

Effizienzgrenze
Grafische Darstellung der Ergebnisse einer Kosten-Nutzen-Bewertung (KNB). Durch Vergleich der Kosten-Nutzen-Verhältnisse mehrerer Interventionen in einer Indikation lässt sich ermitteln, bis zu welcher Höhe ein zusatznutzenbasierter Erstattungspreis als angemessen angesehen werden kann.
Grafische Darstellung der Ergebnisse einer Kosten-Nutzen-Bewertung (KNB). Durch Vergleich der Kosten-Nutzen-Verhältnisse mehrerer Interventionen in einer Indikation lässt sich ermitteln, bis zu welcher Höhe ein zusatznutzenbasierter Erstattungspreis als angemessen angesehen werden kann.…
Endpunkt

Ein Endpunkt ist das im Rahmen einer klinischen Studie erhobene Ergebnis (Outcome) für die Patienten im Verlauf der Studie. Oft werden in einer Studie verschiedene Endpunkte erhoben. Zumeist handelt es sich bei Endpunkten um Ereignisse, die eingetreten oder nicht eingetreten sind (zum Beispiel Herzinfarkte oder Tod) oder Ergebnisse auf einer kontinuierlichen Werteskale (zum Beispiel Höhe des Blutdrucks).

Ein Endpunkt ist das im Rahmen einer klinischen Studie erhobene Ergebnis (Outcome) für die Patienten im Verlauf der Studie. Oft werden in einer Studie verschiedene Endpunkte erhoben. Zumeist handelt es sich bei Endpunkten um Ereignisse, die eingetreten oder nicht eingetreten sind (zum Beispiel He…

Entblindung

Aufhebung der Verblindung während oder am Ende einer verblindeten Studie.

Aufhebung der Verblindung während oder am Ende einer verblindeten Studie.

Entscheidungshilfen

Entscheidungshilfen sind Hilfsmittel, die eine Patientin oder einen Patienten dabei unterstützen, auf Grundlage verschiedener Gesichtspunkte eine Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidungshilfe liefert zum Beispiel Informationen darüber, wie hoch das Risiko von Komplikationen einer Operation ist, welche Alternativen es zu einer Operation gibt oder mit welchen Folgen man leben muss, wenn man eine Operation nicht durchführen lässt.

Entscheidungshilfen sind Hilfsmittel, die eine Patientin oder einen Patienten dabei unterstützen, auf Grundlage verschiedener Gesichtspunkte eine Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidungshilfe liefert zum Beispiel Informationen darüber, wie hoch das Risiko von Komplikationen einer Operation ist, w…

Epidemiologische Studien

Epidemiologische Studien nennt man Untersuchungen an größeren Bevölkerungsgruppen, die systematisch im Hinblick auf eine Erkrankung oder eine Schädigung beobachtet werden. In der Regel handelt es sich hierbei um Beobachtungsstudien. Durch Vergleich unterschiedlicher Gruppen, die der vermuteten Ursache in unterschiedlichem Maße ausgesetzt sind, kann man bergründete Vermutungen über Zusammenhänge von schädlichen Einflüssen und Erkrankungen anstellen.

Epidemiologische Studien nennt man Untersuchungen an größeren Bevölkerungsgruppen, die systematisch im Hinblick auf eine Erkrankung oder eine Schädigung beobachtet werden. In der Regel handelt es sich hierbei um Beobachtungsstudien. Durch Vergleich unterschiedlicher Gruppen, die der vermuteten Ur…

Ergebnissicherheit

Ergebnissicherheit ist eine Eigenschaft des Ergebnisses einer Einzelstudie oder einer systematischen Übersicht / Meta-Analyse. Sie bezeichnet das Vertrauen, das ein in der (den) Studie(n) gefundenes Ergebnis nahe am wahren Ergebnis liegt. Die Ergebnissicherheit ergibt sich aus der Bewertung des Verzerrungspotenzials einer Studie und der Größe der statistischen Unsicherheit.

Ergebnissicherheit ist eine Eigenschaft des Ergebnisses einer Einzelstudie oder einer systematischen Übersicht / Meta-Analyse. Sie bezeichnet das Vertrauen, das ein in der (den) Studie(n) gefundenes Ergebnis nahe am wahren Ergebnis liegt. Die Ergebnissicherheit ergibt sich aus der Bewertung des Verz…

Erstattungsbetrag

Betrag, zu dem Arzneimittel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet werden.

Betrag, zu dem Arzneimittel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet werden.

Evidenz

Evidenz bezeichnet die Gesamtheit des Wissensstands bezüglich einer spezifischen Frage, insbesondere das Wissen aus wissenschaftlichen Studien. Für verschiedene Arten von Fragen sind jeweils unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungsmethoden (Studientypen) am besten geeignet, solide Antworten auf diese Fragen zu finden. So sind beispielsweise randomisierte kontrollierte Studien die beste Möglichkeit, um zuverlässige Evidenz über den Nutzen von Behandlungsmaßnahmen (Interventionen) zu bekommen. Dieser Studientyp stellt allerdings nicht für alle denkbaren Fragen die beste Form von Evidenz dar und liefert auch nicht für jede Art von Fragen die besten Antworten. So sind zum Beispiel sogenannte epidemiologische Studien dazu geeignet, fundierte Nachweise für die Ausbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung zu erbringen.

Evidenz bezeichnet die Gesamtheit des Wissensstands bezüglich einer spezifischen Frage, insbesondere das Wissen aus wissenschaftlichen Studien. Für verschiedene Arten von Fragen sind jeweils unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungsmethoden (Studientypen) am besten geeignet, solide Antworten …

Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung

Die Anwendung der Methoden der evidenzbasierten Medizin in der breiten Patientenversorgung führt zur evidenzbasierten Gesundheitsversorgung. In einem solchen Gesundheitsversorgungssystem werden Entscheidungen auf der Grundlage von Evidenz getroffen, d. h. wissenschaftlich und nachvollziehbar bergründet. Dies schließt auch Entscheidungen zur Steuerung des Gesundheitssystems ein, zum Beispiel bei der Frage, ob eine bestimmte medizinische Leistung von Krankenkassen übernommen werden soll oder nicht.

Die Anwendung der Methoden der evidenzbasierten Medizin in der breiten Patientenversorgung führt zur evidenzbasierten Gesundheitsversorgung. In einem solchen Gesundheitsversorgungssystem werden Entscheidungen auf der Grundlage von Evidenz getroffen, d. h. wissenschaftlich und nachvollziehbar bergrün…

Evidenzbasierte Medizin

Der Begriff evidenzbasierte Medizin (EbM) beschreibt Anwendungen medizinischer Leistungen, die sich nicht allein auf Meinungen und Übereinkünfte stützen, sondern Evidenz einbeziehen (siehe Evidenz). EbM umfasst Werkzeuge und Strategien, die vor Fehlentscheidungen und falschen Erwartungen schützen sollen.

Der Begriff evidenzbasierte Medizin (EbM) beschreibt Anwendungen medizinischer Leistungen, die sich nicht allein auf Meinungen und Übereinkünfte stützen, sondern Evidenz einbeziehen (siehe Evidenz). EbM umfasst Werkzeuge und Strategien, die vor Fehlentscheidungen und falschen Erwartungen schützen so…

Evidenzgrade

Skalen zur abgestuften Einordnung der Ergebnissicherheit der vorliegenden Evidenz. International werden unterschiedliche Skalen und Definitionen verwendet, einen allgemeingültigen Standard gibt es nicht. Im Allgemeinen haben Studien mit einer hohen Anfälligkeit für Bias einen niedrigeren Evidenzgrad als Studien mit einem kleinen Risiko für Bias. Randomisierte kontrollierte Studien haben zum Beispiel in der Regel einen höheren Evidenzgrad als Beobachtungsstudien oder Fallserien.

Skalen zur abgestuften Einordnung der Ergebnissicherheit der vorliegenden Evidenz. International werden unterschiedliche Skalen und Definitionen verwendet, einen allgemeingültigen Standard gibt es nicht. Im Allgemeinen haben Studien mit einer hohen Anfälligkeit für Bias einen niedrigeren Evidenzgrad…

Exposition

In Beobachtungsstudien verwendete Bezeichnung für den Faktor, dessen Auswirkungen auf eine Erkrankung erfasst werden sollen. In Studien, die zum Beispiel gesundheitliche Auswirkungen des Alkoholkonsums analysieren sollen, wird die Höhe des Alkoholkonsums als Exposition erfasst.

In Beobachtungsstudien verwendete Bezeichnung für den Faktor, dessen Auswirkungen auf eine Erkrankung erfasst werden sollen. In Studien, die zum Beispiel gesundheitliche Auswirkungen des Alkoholkonsums analysieren sollen, wird die Höhe des Alkoholkonsums als Exposition erfasst.

Extraktionsbogen

Vordefiniertes Formular, auf dem Studienergebnisse/-charakteristika eingetragen werden.

Vordefiniertes Formular, auf dem Studienergebnisse/-charakteristika eingetragen werden.

FDA

FDA ist die Abkürzung des Namens der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde, der „Food and Drug Administration“. Die FDA ist unter anderem für die Zulassung, Kontrolle und Überwachung von Arzneimitteln, Impfungen und Medizinprodukten in den Vereinigten Staaten verantwortlich.

FDA ist die Abkürzung des Namens der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde, der „Food and Drug Administration“. Die FDA ist unter anderem für die Zulassung, Kontrolle und Überwachung von Arzneimitteln, Impfungen und Medizinprodukten in den Vereinigten Staaten verantwortlich.

Fall-Kontroll-Studie

In Fall-Kontroll-Studien wird üblicherweise von erkrankten Personen ausgegangen. Anschließend werden passende Personen aus einer Gruppe ohne diese Erkrankung gesucht. Beide werden dann befragt oder es werden deren  Krankengeschichten analysiert, um herauszufinden, ob es in der Vergangenheit Unterschiede gab, die als Risikofaktoren für diese Erkrankung infrage kommen.

In Fall-Kontroll-Studien wird üblicherweise von erkrankten Personen ausgegangen. Anschließend werden passende Personen aus einer Gruppe ohne diese Erkrankung gesucht. Beide werden dann befragt oder es werden deren  Krankengeschichten analysiert, um herauszufinden, ob es in der Vergangenheit Unter…

Fallbericht

Ein in Fachzeitschriften publizierter Bericht über einen einzelnen Patienten und dessen Erkrankung.

Ein in Fachzeitschriften publizierter Bericht über einen einzelnen Patienten und dessen Erkrankung.

Fallserie

Ein in Fachzeitschriften publizierter Bericht über mehrere Patienten und ihre Erkrankung.

Ein in Fachzeitschriften publizierter Bericht über mehrere Patienten und ihre Erkrankung.

Fallzahlplanung

Abschätzung vor Beginn einer Studie, um die Zahl der Teilnehmer und die Laufzeit der Studie festzulegen, sodass eine gute Aussicht besteht, einen tatsächlich vorhandenen Effekt auch zu erkennen bzw. ein ausreichend präzises Ergebnis zu erhalten.

Abschätzung vor Beginn einer Studie, um die Zahl der Teilnehmer und die Laufzeit der Studie festzulegen, sodass eine gute Aussicht besteht, einen tatsächlich vorhandenen Effekt auch zu erkennen bzw. ein ausreichend präzises Ergebnis zu erhalten.

Fokusgruppe

Eine Gruppe von in der Regel 8 bis 12 Individuen, die gebeten werden, sich in einer moderierten Diskussion zu vorgegebenen Fragen zu äußern. Die Ergebnisse der Fragerunde können aufgrund der geringen Fallzahl der Befragten nie repräsentativ sein, es lassen sich aber grundlegende Argumente und die dahinterliegenden Begründungen / Motive ableiten. Fokusgruppen werden zum Beispiel in der Erarbeitung von Informationsbroschüren und Fragebögen eingesetzt.

Eine Gruppe von in der Regel 8 bis 12 Individuen, die gebeten werden, sich in einer moderierten Diskussion zu vorgegebenen Fragen zu äußern. Die Ergebnisse der Fragerunde können aufgrund der geringen Fallzahl der Befragten nie repräsentativ sein, es lassen sich aber grundlegende Argumente und die da…

Follow-up

Beobachtungsdauer einer Studie, während der zum Beispiel die Erhebung von Endpunkten bei den Teilnehmern stattfindet.

Beobachtungsdauer einer Studie, während der zum Beispiel die Erhebung von Endpunkten bei den Teilnehmern stattfindet.

Forest-Plot

Eine grafische Aufbereitung zur Darstellung (a) der Ergebnisse aus Einzelstudien, die in eine Meta-Analyse einfließen, und (b) des Ergebnisses der zusammenfassenden Meta-Analyse dieser Studien.

Eine grafische Aufbereitung zur Darstellung (a) der Ergebnisse aus Einzelstudien, die in eine Meta-Analyse einfließen, und (b) des Ergebnisses der zusammenfassenden Meta-Analyse dieser Studien.

Friktionskostenansatz

Der Friktionskostenansatz berücksichtigt bei der Bestimmung der Produktivitätsverluste durch Krankheit die Zeitdauer bis zur Neubesetzung der frei gewordenen Arbeitsstelle. Dieser Zeitraum wird als Friktionsperiode bezeichnet.

Der Friktionskostenansatz berücksichtigt bei der Bestimmung der Produktivitätsverluste durch Krankheit die Zeitdauer bis zur Neubesetzung der frei gewordenen Arbeitsstelle. Dieser Zeitraum wird als Friktionsperiode bezeichnet.

Funnel-Plot

Eine grafische Darstellung in Meta-Analysen zur Untersuchung von Publication-Bias. Falls bestimmte Muster gefunden werden, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es unpublizierte Daten gibt.

Eine grafische Darstellung in Meta-Analysen zur Untersuchung von Publication-Bias. Falls bestimmte Muster gefunden werden, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es unpublizierte Daten gibt.

GKV-Spitzenverband

Zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Er vertritt die Belange der GKV auf Bundesebene und übernimmt alle gesetzlichen Aufgaben der GKV, bei denen gemeinsam und einheitlich gehandelt werden muss.

Zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Er vertritt die Belange der GKV auf Bundesebene und übernimmt alle gesetzlichen Aufgaben der GKV, bei denen gemeinsam und einheitlich gehandelt werden muss.

Gemeinsamer Bundesausschuss

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Seine Aufgaben sind seit 2004 im 5. Sozialgesetzbuch geregelt. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und legt damit fest, welche medizinischen Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen. Darüber hinaus beschließt der G-BA Maßnahmen der Qualitätssicherung für den ambulanten und stationären Bereich des Gesundheitswesens. Er besteht aus Vertretern der Patienten, der Krankenkassen, der Ärzte, Zahnärzte, der Krankenhäuser und aus drei unabhängigen Vorsitzenden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Seine Aufgaben sind seit 2004 im 5. Sozialgesetzbuch geregelt. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und legt dam…

Generalauftrag

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dem IQWiG im Dezember 2004 einen Generalauftrag erteilt. Dieser sieht vor, dass das IQWiG sowohl methodische Probleme, als auch medizinische Themen eigenständig aufgreift und wissenschaftlich bearbeitet. Projektarbeiten im Rahmen des Generalauftrags werden als Arbeitspapiere veröffentlicht.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dem IQWiG im Dezember 2004 einen Generalauftrag erteilt. Dieser sieht vor, dass das IQWiG sowohl methodische Probleme, als auch medizinische Themen eigenständig aufgreift und wissenschaftlich bearbeitet. Projektarbeiten im Rahmen des Generalauftrags werden a…

Goldstandard

Bezeichnung für die Methode, Prozedur oder das Messverfahren, das allgemein als die treffsicherste verfügbare Methode zur Diagnose oder die beste Methode zur Therapie akzeptiert ist und mit der neue Entwicklungen verglichen werden sollten.

Bezeichnung für die Methode, Prozedur oder das Messverfahren, das allgemein als die treffsicherste verfügbare Methode zur Diagnose oder die beste Methode zur Therapie akzeptiert ist und mit der neue Entwicklungen verglichen werden sollten.

Good Clinical Practice

Ein in einem schriftlichen Regelwerk festgelegter Standard für Design, Durchführung, Überwachung, Analyse und Publikation von klinischen Studien. Diese Regeln sollen sicherstellen, dass die Daten und Ergebnisse richtig und vollständig sind, und dass die Rechte der Teilnehmer geschützt bleiben.

Ein in einem schriftlichen Regelwerk festgelegter Standard für Design, Durchführung, Überwachung, Analyse und Publikation von klinischen Studien. Diese Regeln sollen sicherstellen, dass die Daten und Ergebnisse richtig und vollständig sind, und dass die Rechte der Teilnehmer geschützt bleiben.

HTA-Bericht

Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren können weitreichende Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung eines Landes haben. Seit den 1970er Jahren werden in vielen Ländern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beauftragt, solche Auswirkungen in besonderen Berichten zusammenzufassen: Diese Berichte werden Health Technology Assessment (HTA), HTA-Berichte  oder Gesundheitstechnologie-Bewertung genannt.

Themen können zum Beispiel Diagnoseverfahren und Therapien sein, aber auch neue Versorgungsstrukturen. Den HTA-Berichten liegt meist ein fester Fragenkatalog zugrunde, zum Beispiel: Was sind medizinische Vor- und Nachteile eines Verfahrens? Ist es besser als bisherige Alternativen? Was kostet es? Sind ethische Aspekte zu beachten? Hat das Verfahren gesellschaftliche Auswirkungen?

Die Autorinnen und Autoren des HTA-Berichts recherchieren die wissenschaftliche Literatur zu den Fragen, bewerten deren Ergebnisse und geben auf dieser Grundlage Empfehlungen ab.

Typischerweise werden HTA-Berichte von Institutionen in Auftrag gegeben, die über die Leistungen und Struktur eines Gesundheitswesens entscheiden. Die Ergebnisse von HTA-Berichten können deshalb direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben.

Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren können weitreichende Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung eines Landes haben. Seit den 1970er Jahren werden in vielen Ländern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beauftragt, solche Auswirkungen in besonderen Berichten zusammenzufassen: Die…

HbA1c

HbA1c ist ein Teil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), an dem Glukosemoleküle (Blutzucker) chemisch anhaften können. Der HbA1c-Wert gibt daher an, wie hoch der Blutzucker in den letzten drei Monaten im Durchschnitt war. Jeder gesunde Mensch hat eine bestimmte Menge von "verzuckertem" rotem Blutfarbstoff. Der Anteil von HbA1c am Gesamthämoglobin beträgt normalerweise bis zu 6 Prozent.

HbA1c ist ein Teil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), an dem Glukosemoleküle (Blutzucker) chemisch anhaften können. Der HbA1c-Wert gibt daher an, wie hoch der Blutzucker in den letzten drei Monaten im Durchschnitt war. Jeder gesunde Mensch hat eine bestimmte Menge von "verzuckertem" rotem Blutfa…

Head-to-Head-Vergleich

Klinische Studie, in der 2 oder mehrere Arzneimittel oder andere medizinische Maßnahmen direkt miteinander verglichen werden.

Klinische Studie, in der 2 oder mehrere Arzneimittel oder andere medizinische Maßnahmen direkt miteinander verglichen werden.

Health Literacy

Health Literacy (engl. = Gesundheitskompetenz) bezeichnet die Fähigkeiten einer Person, sich über Fragen zur Gesundheit zu informieren und Entscheidungen treffen zu können, die die Gesundheit fördern und erhalten. Dazu gehört die Fähigkeit, sich Informationen zu verschaffen, diese zu verstehen und umsetzen zu können.

Health Literacy (engl. = Gesundheitskompetenz) bezeichnet die Fähigkeiten einer Person, sich über Fragen zur Gesundheit zu informieren und Entscheidungen treffen zu können, die die Gesundheit fördern und erhalten. Dazu gehört die Fähigkeit, sich Informationen zu verschaffen, diese zu verstehen und u…

Health Technology Assessment

Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren können weitreichende Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung eines Landes haben. Seit den 1970er-Jahren werden in vielen Ländern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beauftragt, solche Auswirkungen in besonderen Berichten zusammenzufassen: Diese Berichte werden Health Technology Assessment (HTA), HTA-Berichte oder Gesundheitstechnologie-Bewertung genannt.

Themen können zum Beispiel Diagnoseverfahren und Therapien sein, aber auch neue Versorgungsstrukturen. Den HTA-Berichten liegt meist ein fester Fragenkatalog zugrunde, zum Beispiel: Was sind medizinische Vor- und Nachteile eines Verfahrens? Ist es besser als bisherige Alternativen? Was kostet es? Sind ethische Aspekte zu beachten? Hat das Verfahren gesellschaftliche Auswirkungen?

Die Autorinnen und Autoren des HTA-Berichts recherchieren die wissenschaftliche Literatur zu den Fragen, bewerten ihre Ergebnisse und geben auf dieser Grundlage Empfehlungen ab.

Typischerweise werden HTA-Berichte von Institutionen in Auftrag gegeben, die über die Leistungen und Struktur eines Gesundheitswesens entscheiden. Die Ergebnisse von HTA-Berichten können deshalb direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben.

HTA
Heterogenität

Beschreibung der Variabilität der Ergebnisse oder der Stärke der Unterschiede zwischen Einzelstudien in systematischen Übersichten, die über die quantitative Unsicherheit hinausgehen. Ursache der Heterogenität können zum Beispiel Unterschiede im Design der Studien oder in der Auswahl der Teilnehmer sein. Bei Heterogenität, die ein bestimmtes Ausmaß überschreitet, ist es in aller Regel nicht sinnvoll, Studien in einer Meta-Analyse zusammenzufassen. Heterogenität zwischen Studien lässt sich statistisch erfassen, zum Beispiel durch das I²-Maß. Mit geeigneten Testverfahren lässt sich überprüfen, ob die Abweichungen zwischen den Studien so groß sind, dass ihr zufälliges Zustandekommen unwahrscheinlich ist. Das ist dann ein Hinweis, dass es zwischen verschiedenen Studien unerklärte  Unterschiede gibt, die wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse haben.

Beschreibung der Variabilität der Ergebnisse oder der Stärke der Unterschiede zwischen Einzelstudien in systematischen Übersichten, die über die quantitative Unsicherheit hinausgehen. Ursache der Heterogenität können zum Beispiel Unterschiede im Design der Studien oder in der Auswahl der Teilnehmer …

Humankapitalansatz

Der Humankapitalansatz bewertet die Produktivitätsverluste bei der Berechnung der indirekten Kosten durch den erwarteten zukünftigen Verdienst. Bei der Ausfallschätzung wird vernachlässigt, ob die Arbeit von anderen übernommen werden kann, wenn eine Person krank ist oder stirbt.

Der Humankapitalansatz bewertet die Produktivitätsverluste bei der Berechnung der indirekten Kosten durch den erwarteten zukünftigen Verdienst. Bei der Ausfallschätzung wird vernachlässigt, ob die Arbeit von anderen übernommen werden kann, wenn eine Person krank ist oder stirbt.

Hyperglykämie

Bei einer Überzuckerung ist der Glukosespiegel im Blut zu hoch. Der medizinische Begriff ist Hyperglykämie. Es gibt allerdings keine einheitliche Festlegung dazu, ab welchem Wert man von einer Überzuckerung spricht. Wenn der Blutzucker jedoch einen bestimmten Wert, die sogenannte „Nierenschwelle“, übersteigt, wird mit dem Zucker vermehrt Flüssigkeit ausgeschieden. Das führt dann zu typischen Symptomen wie Durst, häufiges Wasserlassen oder Müdigkeit.

Eine Überzuckerung ist nicht unbedingt Folge dessen, dass man zu viel Zucker zu sich genommen hat, sondern dass zu wenig Insulin zur Verfügung steht, um den Zucker vom Blut in die Zellen zu transportieren. Von einer schweren Überzuckerung spricht man, wenn so wenig Zucker in die (Nerven-)Zellen transportiert wird, dass ein Bewusstseinsverlust eintritt.

Bei einer Überzuckerung ist der Glukosespiegel im Blut zu hoch. Der medizinische Begriff ist Hyperglykämie. Es gibt allerdings keine einheitliche Festlegung dazu, ab welchem Wert man von einer Überzuckerung spricht. Wenn der Blutzucker jedoch einen bestimmten Wert, die sogenannte „Nierenschwelle“, ü…

Hypoglykämie

Bei einer Unterzuckerung ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig. Der medizinische Begriff ist Hypoglykämie. Es gibt allerdings keine einheitliche Festlegung dazu, ab welchem Wert man von einer Unterzuckerung spricht. Menschen mit einer Unterzuckerung sind häufig blass, haben einen schnellen Puls, sind kaltschweißig, zittern und können sich schlecht konzentrieren. Einige haben Kopfschmerzen oder sind verwirrt.

Insbesondere bei sehr niedrigem Blutzucker kann das Bewusstsein beeinträchtigt sein und es ist eine medizinische Behandlung (zum Beispiel Glukoseinfusion) erforderlich. Dies bezeichnet man dann als schwere Hypoglykämie.

Bei einer Unterzuckerung ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig. Der medizinische Begriff ist Hypoglykämie. Es gibt allerdings keine einheitliche Festlegung dazu, ab welchem Wert man von einer Unterzuckerung spricht. Menschen mit einer Unterzuckerung sind häufig blass, haben einen schnellen Puls, sind…

Hypothese

Allgemein ist mit Hypothese eine Aussage, Behauptung oder Theorie gemeint, deren Zutreffen oder Nichtzutreffen mithilfe einer Studie oder eines Experiments geprüft werden soll.

Insbesondere meint man mit einseitigen Hypothesen, dass nur ein Unterschied in bestimmter Richtung interessiert, zum Beispiel ob die Maßnahme A der Maßnahme B überlegen ist, und nicht, ob sie vielleicht sogar unterlegen ist. Zweiseitige Hypothesen betreffen dagegen Fragestellungen, in denen man sich für einen Unterschied in beliebiger Richtung interessiert. Außerdem gibt es auch Äquivalenzhypothesen.

Allgemein ist mit Hypothese eine Aussage, Behauptung oder Theorie gemeint, deren Zutreffen oder Nichtzutreffen mithilfe einer Studie oder eines Experiments geprüft werden soll.

Insbesondere meint man mit einseitigen Hypothesen, dass nur ein Unterschied in bestimmter Richtung interessiert, zum Beis…

I-Quadrat-Maß

Angabe, die zur Abschätzung des Ausmaßes von Heterogenität von Studienergebnissen in Meta-Analysen dient. Das I²-Maß beschreibt, welcher Anteil der Variabilität der Ergebnisse verschiedener Studien auf Heterogenität zurückzuführen ist und nicht auf zufällige Schwankungen.

Angabe, die zur Abschätzung des Ausmaßes von Heterogenität von Studienergebnissen in Meta-Analysen dient. Das I²-Maß beschreibt, welcher Anteil der Variabilität der Ergebnisse verschiedener Studien auf Heterogenität zurückzuführen ist und nicht auf zufällige Schwankungen.

Intention-to-Treat-Prinzip

Das Intention-to-treat-Prinzip (ITT-Prinzip) bezeichnet eine Vorgehensweise zur Auswertung der Ergebnisse von kontrollierten Studien. Auch wenn Teilnehmer im Laufe einer Studie ausscheiden oder die Therapie wechseln, werden sie trotzdem in ihrer Gruppe zur Endauswertung eingeschlossen bleiben, so wie es zu Beginn der Studie die Absicht (Intention) war. Das soll die Gefahr minimieren, dass die Ergebnisse für eine Gruppe fälschlicherweise besser aussehen, als sie bei fairer Betrachtung aller Patienten wären. Wenn Teilnehmer zum Beispiel aufgrund unerwünschter Ereignisse, durch einen Wechsel der Therapie oder durch Tod ausscheiden, könnte das mit der in der Studie erhaltenen Behandlung zusammenhängen.

Das ITT-Prinzip stärkt die Verlässlichkeit von Studienergebnissen und soll Verzerrung vorbeugen:  Wenn sich nach einer ITT-Analyse ein Unterschied zeigt, erhöht das die Sicherheit, dass der Unterschied tatsächlich auf die überprüfte Therapie zurückzuführen ist. Die Alternative ist die Per-Protokoll-Analyse.

Das Intention-to-treat-Prinzip (ITT-Prinzip) bezeichnet eine Vorgehensweise zur Auswertung der Ergebnisse von kontrollierten Studien. Auch wenn Teilnehmer im Laufe einer Studie ausscheiden oder die Therapie wechseln, werden sie trotzdem in ihrer Gruppe zur Endauswertung eingeschlossen bleiben, so…

Interaktion

Eine Interaktion beschreibt die Abhängigkeit zweier Einflussfaktoren für einen Effekt. Ist ein therapeutischer Vorteil für Frauen zum Beispiel größer als für Männer, so liegt eine Interaktion zwischen den Faktoren Geschlecht und Therapie vor.

Eine Interaktion beschreibt die Abhängigkeit zweier Einflussfaktoren für einen Effekt. Ist ein therapeutischer Vorteil für Frauen zum Beispiel größer als für Männer, so liegt eine Interaktion zwischen den Faktoren Geschlecht und Therapie vor.

Interventionsstudie

Studie, in der Teilnehmer geplant verschiedenen Interventionen zugeordnet werden (Experiment). Zur Unterscheidung von Beobachtungsstudien, in denen nicht vorab bestimmt wird, wie Interventionen zugeteilt werden, sondern eine Beobachtung der Teilnehmer ohne externe Beeinflussung erfolgt.

Studie, in der Teilnehmer geplant verschiedenen Interventionen zugeordnet werden (Experiment). Zur Unterscheidung von Beobachtungsstudien, in denen nicht vorab bestimmt wird, wie Interventionen zugeteilt werden, sondern eine Beobachtung der Teilnehmer ohne externe Beeinflussung erfolgt.

Inzidenz

Inzidenz beschreibt die in einem bestimmten Zeitraum neu aufgetretene Anzahl an Krankheitsfällen oder auch anderen Ereignissen in einer definierten Bevölkerungsgruppe (Population).

Inzidenz beschreibt die in einem bestimmten Zeitraum neu aufgetretene Anzahl an Krankheitsfällen oder auch anderen Ereignissen in einer definierten Bevölkerungsgruppe (Population).

Irrtumswahrscheinlichkeit alpha und beta

Alpha ist die vorgegebene maximale Wahrscheinlichkeit, in einer vergleichenden Studie durch Zufall einen statistisch signifikanten Unterschied zu beobachten, obwohl in Wahrheit kein Unterschied vorhanden ist (= Fehler erster Art, siehe auch p-Wert).

Beta ist die Wahrscheinlichkeit, in einer vergleichenden Studie trotz eines tatsächlich vorhandenen Unterschieds keinen statistisch signifikanten Unterschied zu beobachten (= Fehler zweiter Art, siehe auch Power)

Alpha ist die vorgegebene maximale Wahrscheinlichkeit, in einer vergleichenden Studie durch Zufall einen statistisch signifikanten Unterschied zu beobachten, obwohl in Wahrheit kein Unterschied vorhanden ist (= Fehler erster Art, siehe auch p-Wert).

Beta ist die Wahrscheinlichkeit, in einer vergle…

Kohortenstudie

In einer Kohortenstudie werden 2 oder mehr Gruppen von Personen (Kohorten) über eine definierte Zeitspanne beobachtet, um zum Beispiel das Auftreten einer bestimmten Erkrankung innerhalb jeder Gruppe festzustellen. So lassen sich zum Beispiel Faktoren, die das Risiko für eine Erkrankung erhöhen, identifizieren. Kohortenstudien können prospektiv oder retrospektiv durchgeführt werden.

In einer Kohortenstudie werden 2 oder mehr Gruppen von Personen (Kohorten) über eine definierte Zeitspanne beobachtet, um zum Beispiel das Auftreten einer bestimmten Erkrankung innerhalb jeder Gruppe festzustellen. So lassen sich zum Beispiel Faktoren, die das Risiko für eine Erkrankung erhöhen, ide…

Konfidenzintervall

Ein Konfidenzintervall (Vertrauensbereich) ist ein Bereich, in dem der „wahre“ Wert zum Beispiel des Effekts mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann (üblicherweise 95 %-Konfidenzintervall). Das bedeutet, dass die Konfidenzgrenzen mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit den wahren Wert einschließen.

Ein Konfidenzintervall (Vertrauensbereich) ist ein Bereich, in dem der „wahre“ Wert zum Beispiel des Effekts mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann (üblicherweise 95 %-Konfidenzintervall). Das bedeutet, dass die Konfidenzgrenzen mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit den wahren …

Konsensustechniken

Konsensustechniken oder Konsensusverfahren sind informelle oder formelle Methoden, um innerhalb von Gruppen mit anfangs divergierenden Meinungen am Ende Einigkeit herzustellen. Zu den wichtigsten formellen Konsensverfahren gehören die Delphi-Methode und der nominale Gruppenprozess.

Konsensustechniken oder Konsensusverfahren sind informelle oder formelle Methoden, um innerhalb von Gruppen mit anfangs divergierenden Meinungen am Ende Einigkeit herzustellen. Zu den wichtigsten formellen Konsensverfahren gehören die Delphi-Methode und der nominale Gruppenprozess.

Krebsregister

Krebsregister sind Einrichtungen der Bundesländer. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die möglichst vollzählige Erfassung und Auswertung der Daten über das Auftreten, die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen in der ambulanten und stationären Versorgung. In einigen Registern werden auch die individuellen Krankheitsdaten von Patientinnen und Patienten anonym erfasst. Die Informationen dienen der Ursachenforschung, der Bewertung und Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Krebs.

Krebsregister sind Einrichtungen der Bundesländer. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die möglichst vollzählige Erfassung und Auswertung der Daten über das Auftreten, die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen in der ambulanten und stationären Versorgung. In einigen Registern werden auc…

Lebensqualitätsscore

Eindimensionaler Ergebniswert, der sich durch die summarische Zusammenfassung verschiedener Dimensionen bei der Erfassung von Lebensqualität ergibt. Die Dimensionen müssen dabei nicht notwendigerweise gleich gewichtet sein. Es gibt krankheitsübergreifende als auch krankheitsspezifische Instrumente zur Erfassung von Lebensqualität.

Eindimensionaler Ergebniswert, der sich durch die summarische Zusammenfassung verschiedener Dimensionen bei der Erfassung von Lebensqualität ergibt. Die Dimensionen müssen dabei nicht notwendigerweise gleich gewichtet sein. Es gibt krankheitsübergreifende als auch krankheitsspezifische Instrumente z…

Leitlinie

Leitlinien sind im Idealfall systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen über eine angemessene Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen. Sie sind Orientierungshilfen im Sinne von Handlungs- und Entscheidungskorridoren, von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss.

Leitlinien sind im Idealfall systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen über eine angemessene Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen. Sie sind Orientierungshilfen im Sinne von Handlungs- und Entscheidungskorridoren, von denen in …

Likelihood-Quotient

Das Wahrscheinlichkeitsverhältnis (Likelihood Ratio, LR) beschreibt die Güte eines diagnostischen Tests. Es gibt das Verhältnis der Wahrscheinlichkeit an, dass ein positives (oder negatives) Testergebnis bei einer Person mit der Erkrankung auftritt zur Wahrscheinlichkeit, dass dieses positive (oder negative) Testergebnis bei einer Person ohne diese Erkrankung auftritt. Das LR ermöglicht eine Aussage darüber, wie stark sich durch das Testergebnis die Wahrscheinlichkeit für oder gegen das Vorliegen einer Erkrankung ändert.

Das Wahrscheinlichkeitsverhältnis (Likelihood Ratio, LR) beschreibt die Güte eines diagnostischen Tests. Es gibt das Verhältnis der Wahrscheinlichkeit an, dass ein positives (oder negatives) Testergebnis bei einer Person mit der Erkrankung auftritt zur Wahrscheinlichkeit, dass dieses positive (oder …

Marginale Zahlungsbereitschaft

Die marginale Zahlungsbereitschaft (marginale Willingness-to-pay) wird durch einen Geldbetrag ausgedrückt, den der Kostenträger bzw. Patient bereit ist, für eine zusätzliche Nutzeneinheit zu bezahlen, die er durch eine neue Gesundheitstechnologie innerhalb einer Indikation gewinnt.

Die marginale Zahlungsbereitschaft (marginale Willingness-to-pay) wird durch einen Geldbetrag ausgedrückt, den der Kostenträger bzw. Patient bereit ist, für eine zusätzliche Nutzeneinheit zu bezahlen, die er durch eine neue Gesundheitstechnologie innerhalb einer Indikation gewinnt.

Markov-Modell

Im Rahmen von Kosten-Nutzen-Bewertungen (KNB) häufig angewendetes Modell, um Kosten-Nutzen-Verhältnisse von Interventionen im Krankheitsverlauf zu berechnen.

Im Rahmen von Kosten-Nutzen-Bewertungen (KNB) häufig angewendetes Modell, um Kosten-Nutzen-Verhältnisse von Interventionen im Krankheitsverlauf zu berechnen.

Median

Der Wert, der in einer nach Größe geordneten Reihenfolge von Messwerten, in der Mitte liegt.

Der Wert, der in einer nach Größe geordneten Reihenfolge von Messwerten, in der Mitte liegt.

Messfehler

Messfehler sind Abweichungen von wahren Ergebnissen eines Experiments oder einer Messung. Je nach Ursache werden systematische und zufällige Messfehler unterschieden. Zufällige Fehler kommen durch wechselnde Umstände und Ungenauigkeiten zustande und verfälschen ein Ergebnis mal in die eine und mal in die andere Richtung. Systematische Messfehler sind (oft unerkannte) Eigenschaften einer Messmethode, die sich konstant in eine Richtung auswirken.

Messfehler sind Abweichungen von wahren Ergebnissen eines Experiments oder einer Messung. Je nach Ursache werden systematische und zufällige Messfehler unterschieden. Zufällige Fehler kommen durch wechselnde Umstände und Ungenauigkeiten zustande und verfälschen ein Ergebnis mal in die eine und mal i…

Meta-Analyse

Statistisches Verfahren, um im Rahmen einer systematischen Übersicht die Ergebnisse mehrerer Studien, die die gleiche Frage bearbeiten, quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen und dadurch die Präzision der Ergebnisse gegenüber Einzelstudien zu erhöhen.

Statistisches Verfahren, um im Rahmen einer systematischen Übersicht die Ergebnisse mehrerer Studien, die die gleiche Frage bearbeiten, quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen und dadurch die Präzision der Ergebnisse gegenüber Einzelstudien zu erhöhen.

Meta-Regression

Statistisches Verfahren, um in einer systematischen Übersicht den Zusammenhang zwischen Eigenschaften der Studien oder Studienteilnehmer (zum Beispiel verdeckte Zuteilung, Basischarakteristika der Teilnehmer) und den Ergebnissen der Studie zu untersuchen.

Statistisches Verfahren, um in einer systematischen Übersicht den Zusammenhang zwischen Eigenschaften der Studien oder Studienteilnehmer (zum Beispiel verdeckte Zuteilung, Basischarakteristika der Teilnehmer) und den Ergebnissen der Studie zu untersuchen.

Mittelwert

Die Summe aller Werte geteilt durch die Anzahl der Werte.

Die Summe aller Werte geteilt durch die Anzahl der Werte.

Modell

Für den Begriff Modell im Kontext des Gesundheitswesens finden sich verschiedene Definitionen. Modelle sind analytische Werkzeuge, die dazu verwendet werden, Systeme in der realen Welt zu verstehen, verschiedene Zielgrößen in Abhängigkeit eines gegebenen Sets von Inputparametern zu schätzen und die Auswirkungen von Veränderungen auf das System zu modellieren. Modelle sind als Abbild der Wirklichkeit zu verstehen, die aus einem reduzierten Satz von Komponenten bestehen und vereinfachende Annahmen erfordern. Die Aussagekraft eines Modells ist entscheidend davon abhängig, ob das von ihm repräsentierte System hinreichend widergespiegelt wird.

Für den Begriff Modell im Kontext des Gesundheitswesens finden sich verschiedene Definitionen. Modelle sind analytische Werkzeuge, die dazu verwendet werden, Systeme in der realen Welt zu verstehen, verschiedene Zielgrößen in Abhängigkeit eines gegebenen Sets von Inputparametern zu schätzen und die …

Morbidität

Unter Morbidität werden Zielgrößen verstanden, die Beschwerden und Komplikationen von Krankheiten beschreiben.

Unter Morbidität werden Zielgrößen verstanden, die Beschwerden und Komplikationen von Krankheiten beschreiben.

Mortalität

Unter Mortalität werden Zielgrößen verstanden, die tödliche Ereignisse innerhalb eines definierten Zeitraums beschreiben.

Unter Mortalität werden Zielgrößen verstanden, die tödliche Ereignisse innerhalb eines definierten Zeitraums beschreiben.

Nichtunterlegenheitsstudie

Klinische Studien zielen meist auf den Nachweis, dass eine medizinische Maßnahme einer anderen überlegen ist. Nichtunterlegenheitsstudien zielen demgegenüber auf den Nachweis, dass eine medizinische Maßnahme gegenüber einer anderen nur höchstens so wenig schlechter abschneidet, dass der Unterschied klinisch ohne Bedeutung ist oder dass diese Maßnahme gegenüber der anderen sogar besser ist. Dazu muss schon bei der Planung der Studie eine Nichtunterlegenheitsgrenze festgelegt werden, oberhalb derer eine Maßnahme als mindestens gleichwertig bewertet wird.

Klinische Studien zielen meist auf den Nachweis, dass eine medizinische Maßnahme einer anderen überlegen ist. Nichtunterlegenheitsstudien zielen demgegenüber auf den Nachweis, dass eine medizinische Maßnahme gegenüber einer anderen nur höchstens so wenig schlechter abschneidet, dass der Unterschied …

Nominaler Gruppenprozess

Ein nominaler Gruppenprozess (NGP) oder eine nominale Gruppentechnik sind Verfahren zur Erzielung von Konsens. Kernelemente eines NGP sind: Vorlage zuvor produzierter Texte / Elemente, Kommentar jedes Gruppenmitglieds zu einem bestimmten Aspekt (Empfehlung der Leitlinie, Begründungstext o. a.), Sammlung aller Kommentare durch Moderator / Leiter, Zusammenfassung ähnlicher Kommentare, Abstimmung über Diskussionspunkte / Priorisierung, Diskussion aller Kommentare mit ggf. daraus resultierender Überarbeitung des Entwurfs, Anschließend erneute Diskussion des Entwurfs, ggf. erneute Diskussionsrunde.

Ein nominaler Gruppenprozess (NGP) oder eine nominale Gruppentechnik sind Verfahren zur Erzielung von Konsens. Kernelemente eines NGP sind: Vorlage zuvor produzierter Texte / Elemente, Kommentar jedes Gruppenmitglieds zu einem bestimmten Aspekt (Empfehlung der Leitlinie, Begründungstext o. a.), Samm…

Nullhypothese

Voraussetzung zur Durchführung statistischer Signifikanztests in einer Studie ist, dass vorab 2 Aussagen (Nullhypothese, Alternativhypothese) formuliert werden, die sich gegenseitig ausschließen. Die klassische Nullhypothese für vergleichende Studien entspricht zum Beispiel der Aussage, dass zwischen den Gruppen kein Unterschied besteht. Hier ist der Nachweis der Alternative, dass es Unterschiede gibt, von Interesse. Nach Abschluss der Studie wird die Nullhypothese mithilfe geeigneter statistischer Verfahren überprüft. Wenn der p-Wert den vorab definierten alpha-Fehler unterschreitet, wird die Nullhypothese (zum Beispiel kein Unterschied) verworfen und die Alternativhypothese (zum Beispiel es gibt einen Unterschied) akzeptiert.

Voraussetzung zur Durchführung statistischer Signifikanztests in einer Studie ist, dass vorab 2 Aussagen (Nullhypothese, Alternativhypothese) formuliert werden, die sich gegenseitig ausschließen. Die klassische Nullhypothese für vergleichende Studien entspricht zum Beispiel der Aussage, dass zwische…

Number needed to treat

Angabe, wie viele Personen im Mittel mit einer bestimmten Therapie behandelt werden müssen, damit bei einer Person ein ungünstiges Ereignis vermieden bzw. ein günstiges Ereignis erreicht wird. Ein Number needed to treat (NNT) von 20 bedeutet, dass im Mittel eine von 20 behandelten Personen bezüglich einer bestimmten Zielgröße (zum Beispiel Vermeidung eines Herzinfarkts) einen Vorteil hat. In der Regel bezieht sich die Angabe auf eine bestimmte Behandlungsdauer (zum Beispiel 5 Jahre).

Angabe, wie viele Personen im Mittel mit einer bestimmten Therapie behandelt werden müssen, damit bei einer Person ein ungünstiges Ereignis vermieden bzw. ein günstiges Ereignis erreicht wird. Ein Number needed to treat (NNT) von 20 bedeutet, dass im Mittel eine von 20 behandelten Personen bezüglich…

Nutzen

Der Begriff Nutzen wird nicht nur allgemeinsprachlich, sondern auch in der gesundheitswissenschaftlichen Literatur in unterschiedlicher Bedeutung verwendet. Speziell in der Gesundheitsökonomie ist ein sehr allgemeiner Nutzenbegriff etabliert. Entsprechend den wissenschaftlichen Grundlagen (EbM) als auch den gesetzlichen Rahmenbedingungen (SGB V) des Instituts werden unter dem Begriff Nutzen die positiven Effekte einer medizinischen Intervention auf patientenrelevante Endpunkte aus dem Vergleich zu einer Nicht- oder Scheinbehandlung zusammengefasst.

Der Begriff Zusatznutzen beschreibt diese Effekte im Vergleich zu denen einer anderen aktiven, ggf. etablierten Intervention. Die Festlegung, ob der Begriff sich nur auf die positiven Effekte bezieht und demnach dem Begriff Schaden gegenübergestellt werden muss, oder ob der Begriff bereits die positiven und negativen Effekte bilanziert, ist bisher nicht abgeschlossen.

Wie beschrieben erfordern Aussagen zu Nutzen und Zusatznutzen immer einen aussagekräftigen Vergleich. Aus diesem Grund basieren Nutzenaussagen in aller Regel auf Studienergebnissen randomisierter, vergleichender Studien.

Der Begriff Nutzen wird nicht nur allgemeinsprachlich, sondern auch in der gesundheitswissenschaftlichen Literatur in unterschiedlicher Bedeutung verwendet. Speziell in der Gesundheitsökonomie ist ein sehr allgemeiner Nutzenbegriff etabliert. Entsprechend den wissenschaftlichen Grundlagen (EbM) als …

Odds Ratio

Odds bezeichnet im Englischen umgangssprachlich die Quote einer Wette, im Sinne von: Die Quote steht 9 zu 1. Analog bezeichnet der Begriff in der Medizin das Verhältnis der Personen einer Gruppe mit einem Ereignis zu den Personen ohne dieses Ereignis. Wenn also 30 von 100 Teilnehmern das Ereignis aufweisen (und 70 nicht), beträgt die Odds 30 zu 70 oder 0,43.

Das Odds Ratio (OR, Chancenverhältnis) bezeichnet das Verhältnis (Ratio) der Odds, dass ein Ereignis in einer Gruppe A eintritt, zu der Odds, dass das Ereignis in einer Gruppe B eintritt. Beispiel: In der Gruppe B liegt die Odds, wie oben, bei 30 zu 70 (0,43), in der Gruppe A weisen aber nur 20 von 100 Personen das Ereignis auf. Daraus ergibt sich die Odds 20 zu 80 = 0,25. Das Odds Ratio errechnet sich dann aus 0,25 / 0,43 = 0,58.Odds sind nicht identisch mit Wahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit errechnet sich aus dem Verhältnis der Personen einer Gruppe mit einem Ereignis zu allen Personen der Gruppe.

Wenn also 30 von 100 Teilnehmern das Ereignis aufweisen, beträgt die Wahrscheinlichkeit 30 von 100 oder 0,30. Daher ist das Odds Ratio auch nicht mit dem relativen Risiko (Verhältnis der Wahrscheinlichkeiten der beiden Gruppen) gleichzusetzen. Im obigen Beispiel beträgt das relative Risiko 0,20 / 0,30 = 0,66. Das Beispiel zeigt, dass Odds Ratio und relatives Risiko nicht verwechselt werden dürfen. Allerdings werden die Unterschiede bei kleinen Risiken (bis 10 von 100) vernachlässigbar.

Odds bezeichnet im Englischen umgangssprachlich die Quote einer Wette, im Sinne von: Die Quote steht 9 zu 1. Analog bezeichnet der Begriff in der Medizin das Verhältnis der Personen einer Gruppe mit einem Ereignis zu den Personen ohne dieses Ereignis. Wenn also 30 von 100 Teilnehmern das Ereignis au…

Off-Label-Use

Off-Label-Use bzw. Off-Label-Anwendung bedeutet sinngemäß: nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch. Gemeint ist damit der Einsatz eines Arzneimittels gegen eine Krankheit, für die das Medikament von den Zulassungsbehörden keine Genehmigung hat – wenn also zum Beispiel ein Medikament, das nur zur Behandlung von Menschen mit Blutkrebs erprobt und zugelassen ist, auch zur Behandlung von Menschen mit Magenkrebs eingesetzt wird. Wenn ein Arzt ein Medikament im Off-Label-Use anwendet, muss er den Patienten über mögliche Konsequenzen aufklären. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Medikamente, die im Off-Label-Use angewendet werden, nur in Ausnahmefällen.

Off-Label-Use bzw. Off-Label-Anwendung bedeutet sinngemäß: nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch. Gemeint ist damit der Einsatz eines Arzneimittels gegen eine Krankheit, für die das Medikament von den Zulassungsbehörden keine Genehmigung hat – wenn also zum Beispiel ein Medikament, das nur zur Behandlun…

Opportunitätskosten

Wert, den die für eine Technologie beanspruchten Ressourcen in alternativer Verwendung für die Gesellschaft haben. Grundidee ist, dass jede Geldeinheit nur einmal ausgegeben werden kann und eine Entscheidung für eine medizinische Maßnahme immer mit einem Verzicht auf eine andere (medizinische oder nicht medizinische) Leistung verbunden ist.

Wert, den die für eine Technologie beanspruchten Ressourcen in alternativer Verwendung für die Gesellschaft haben. Grundidee ist, dass jede Geldeinheit nur einmal ausgegeben werden kann und eine Entscheidung für eine medizinische Maßnahme immer mit einem Verzicht auf eine andere (medizinische oder n…

Patientenrelevanter Endpunkt

Patientenrelevante Endpunkte sind Endpunkte, die abbilden, wie ein Patient fühlt, seine Funktionen und Aktivitäten wahrnehmen kann oder wie lang er lebt. Hierunter fallen zum Beispiel die Gesamtsterblichkeit, Herzinfarkte und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (siehe auch Zielgrößen).

Patientenrelevante Endpunkte sind Endpunkte, die abbilden, wie ein Patient fühlt, seine Funktionen und Aktivitäten wahrnehmen kann oder wie lang er lebt. Hierunter fallen zum Beispiel die Gesamtsterblichkeit, Herzinfarkte und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (siehe auch Zielgrößen).

Peer Review

Peer Review (engl.: peer = Gleichgestellter, Ebenbürtiger; engl.: review = Begutachtung) bezeichnet einen Begutachtungsprozess für wissenschaftliche Arbeiten, in dem Experten eines Feldes wechselseitig die Qualität und Wichtigkeit ihrer Arbeiten (zum Beispiel zur Publikation eingereichte Manuskripte) beurteilen.

Peer Review (engl.: peer = Gleichgestellter, Ebenbürtiger; engl.: review = Begutachtung) bezeichnet einen Begutachtungsprozess für wissenschaftliche Arbeiten, in dem Experten eines Feldes wechselseitig die Qualität und Wichtigkeit ihrer Arbeiten (zum Beispiel zur Publikation eingereichte Manuskripte)…

Per-Protokoll-Analyse

Analyse, bei der nur die Teilnehmer ausgewertet werden, bei denen die Studie wie im Studienprotokoll geplant durchgeführt wurde; d.h. zum Beispiel: es wurden die Ein- und Ausschlusskriterien eingehalten, es gab keine Abweichungen bei der Durchführung der Therapien, die Follow-up-Untersuchungen erfolgten wie vorgesehen.

Analyse, bei der nur die Teilnehmer ausgewertet werden, bei denen die Studie wie im Studienprotokoll geplant durchgeführt wurde; d.h. zum Beispiel: es wurden die Ein- und Ausschlusskriterien eingehalten, es gab keine Abweichungen bei der Durchführung der Therapien, die Follow-up-Untersuchungen erfolg…

Placebo

Ein Placebo ist eine therapeutische Intervention, die von der aktiven Therapie nach Art der Verabreichung, Aussehen, Farbe, Geschmack und Geruch nicht zu unterscheiden ist, aber keinen spezifischen bekannten Wirkmechanismus hat. Meist wird der Begriff Placebo im Zusammenhang mit Medikamentenstudien verwendet. Placebos werden in Studien eingesetzt, um Teilnehmer und Ärzte im Ungewissen zu lassen, wer welche Behandlung erhält (Verblindung). Demselben Zweck dienen Scheinbehandlungen (Sham), die zur Verblindung bei Operationen und Eingriffen verwendet werden können.

Ein Placebo ist eine therapeutische Intervention, die von der aktiven Therapie nach Art der Verabreichung, Aussehen, Farbe, Geschmack und Geruch nicht zu unterscheiden ist, aber keinen spezifischen bekannten Wirkmechanismus hat. Meist wird der Begriff Placebo im Zusammenhang mit Medikamentenstudien …

Placeboeffekt

Sammelbezeichnung für zum Teil psychologisch bedingte Einflüsse, die auf den Umständen der Gabe einer Therapie beruhen und nicht auf einer spezifischen Wirkung der Therapie. Dies umfasst den gesamten Kontext der Therapie, zum Beispiel auch die Interaktion mit dem medizinischen Personal.

Sammelbezeichnung für zum Teil psychologisch bedingte Einflüsse, die auf den Umständen der Gabe einer Therapie beruhen und nicht auf einer spezifischen Wirkung der Therapie. Dies umfasst den gesamten Kontext der Therapie, zum Beispiel auch die Interaktion mit dem medizinischen Personal.

Population

Definierte Gruppe von Personen. Populationen können zum Beispiel definiert sein durch geografische Grenzen, Alter, Geschlecht oder bestimmte Erkrankungen. Zur Beantwortung von Forschungsfragen wird nach Möglichkeit eine Stichprobe einer Population untersucht, die für die Gesamtgruppe repräsentativ ist.

Definierte Gruppe von Personen. Populationen können zum Beispiel definiert sein durch geografische Grenzen, Alter, Geschlecht oder bestimmte Erkrankungen. Zur Beantwortung von Forschungsfragen wird nach Möglichkeit eine Stichprobe einer Population untersucht, die für die Gesamtgruppe repräsentativ i…

Power

Die Power gibt die Erfolgsaussicht einer Studie dafür an, dass ein angestrebter Nachweis gelingt, zum Beispiel zu zeigen, dass statistisch signifikante Unterschiede zwischen 2 Therapien bestehen. Die Power einer Studie hängt vor allem von der Größe des Unterschieds und der Zahl der Teilnehmer ab.

Die Power gibt die Erfolgsaussicht einer Studie dafür an, dass ein angestrebter Nachweis gelingt, zum Beispiel zu zeigen, dass statistisch signifikante Unterschiede zwischen 2 Therapien bestehen. Die Power einer Studie hängt vor allem von der Größe des Unterschieds und der Zahl der Teilnehmer ab.

Pragmatische Studie

Eine Studie, in der experimentelle Behandlungen möglichst unter Alltagsbedingungen erprobt werden, indem es kaum Einschränkungen bei Auswahl der Teilnehmer und sonstiger Behandlung gibt. Steht im Gegensatz zu Studien, in denen Therapien unter Idealbedingungen erprobt werden, um festzustellen, ob eine Therapie unter günstigen Umständen einen Nutzen hat.

Eine Studie, in der experimentelle Behandlungen möglichst unter Alltagsbedingungen erprobt werden, indem es kaum Einschränkungen bei Auswahl der Teilnehmer und sonstiger Behandlung gibt. Steht im Gegensatz zu Studien, in denen Therapien unter Idealbedingungen erprobt werden, um festzustellen, ob ein…

Projektwebseite

Alle Dokumente und Informationen zu einem IQWiG-Projekt werden auf einer eigenen Seite zum jeweiligen Projekt zusammengefasst. Neben den Bewertungen finden Sie dort auch Informationen zu Vergabeverfahren, Stellungnahmefristen und -dokumente, Pressemitteilungen, Gesundheitsinformationen zum Thema und G-BA-Beschlüsse.

Alle Dokumente und Informationen zu einem IQWiG-Projekt werden auf einer eigenen Seite zum jeweiligen Projekt zusammengefasst. Neben den Bewertungen finden Sie dort auch Informationen zu Vergabeverfahren, Stellungnahmefristen und -dokumente, Pressemitteilungen, Gesundheitsinformationen zum The…

Prospektive Studie

In einer prospektiven Studie ist das den Forscher interessierende Ereignis (zum Beispiel eine bestimmte Krankheit) zum Zeitpunkt des Studienbeginns noch nicht eingetreten. Forscher haben die Möglichkeit, vorab die Ereignisse, die sie messen wollen, und die interessierenden Einflussgrößen präzise zu definieren.

In einer prospektiven Studie ist das den Forscher interessierende Ereignis (zum Beispiel eine bestimmte Krankheit) zum Zeitpunkt des Studienbeginns noch nicht eingetreten. Forscher haben die Möglichkeit, vorab die Ereignisse, die sie messen wollen, und die interessierenden Einflussgrößen präzise zu …

Prävalenz

Der Anteil von Menschen mit einem bestimmten Merkmal (zum Beispiel einer Erkrankung) zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Population (siehe auch Querschnittsstudie).

Der Anteil von Menschen mit einem bestimmten Merkmal (zum Beispiel einer Erkrankung) zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Population (siehe auch Querschnittsstudie).

Prävention

Vorbeugung von Krankheiten und deren Folgen, mit dem Ziel, ihr Auftreten zu vermeiden oder zumindest zu verschieben. Je nach Zeitpunkt im Verlauf einer Krankheit lassen sich primäre, sekundäre und tertiäre Prävention unterscheiden:

  • primär: Maßnahmen, die das Auftreten einer Krankheit verhindern oder verzögern, indem sie Krankheitsursachen beseitigen oder verringern. Dazu zählen zum Beispiel Impfungen, Benutzung von Kondomen, Trinkwasserhygiene, Vermeidung von Übergewicht.
  • sekundär: Maßnahmen wie Früherkennungsuntersuchungen, die eine bereits begonnene Krankheit erkennen, bevor Symptome auftreten, und die das Fortschreiten verhindern oder abbremsen sollen.
  • tertiär: Maßnahmen, die nach Auftreten einer Krankheit die weitere Verschlechterung verhindern oder abbremsen sollen. Beispiele sind der Einsatz von ASS, Betablockern oder Statinen nach einem Herzinfarkt.

Vorbeugung von Krankheiten und deren Folgen, mit dem Ziel, ihr Auftreten zu vermeiden oder zumindest zu verschieben. Je nach Zeitpunkt im Verlauf einer Krankheit lassen sich primäre, sekundäre und tertiäre Prävention unterscheiden:

  • primär: Maßnahmen, die das Auftreten einer Krankheit verhindern o…
QALY

Auf der Erwartungsnutzentheorie basierendes Nutzenkonzept, in dem erzielte oder erwartete Lebensjahre und die (gesundheitsbezogene) Lebensqualität des Gesundheitszustands in einem Index zusammengefasst werden. Jeder Gesundheitszustand erhält seinen eigenen, bei Betroffenen oder anderen Referenzbevölkerungen erhobenen Nutzwert. Die qualitätsadjustierten Lebensjahre (QALYs, engl. = Quality-Adjusted Life Years) einer Person werden bestimmt, indem man die erwartete Dauer jedes Gesundheitszustandes mit dem Nutzwert dieses Zustandes gewichtet. Das QALY bewegt sich in einem Skalenbereich von 1 bis 0, wobei ein QALY von 1 ein Jahr in voller Gesundheit bedeutet, während ein QALY von 0 dem Tod entspricht. Der Nutzen einer Intervention ergibt sich durch den von ihr erreichten Zugewinn an QALYs.

Auf der Erwartungsnutzentheorie basierendes Nutzenkonzept, in dem erzielte oder erwartete Lebensjahre und die (gesundheitsbezogene) Lebensqualität des Gesundheitszustands in einem Index zusammengefasst werden. Jeder Gesundheitszustand erhält seinen eigenen, bei Betroffenen oder anderen Referenzbevöl…

QUOROM-Statement

Das QUOROM-Statement (QUOROM = Quality of Reporting of Meta-analyses) beschreibt, welche Informationen Publikationen von Meta-Analysen klinischer Studien standardmäßig enthalten sollten.  Das QUOROM-Statement ist jedoch mittlerweile vom Prisma-Statement abgelöst worden. Ähnliche Statements für andere Studientypen sind auf der Seite des EQUATOR - Netzwerks zu finden (EQUATOR: Enhancing the QUAlity and Transparency Of health Research).

Das QUOROM-Statement (QUOROM = Quality of Reporting of Meta-analyses) beschreibt, welche Informationen Publikationen von Meta-Analysen klinischer Studien standardmäßig enthalten sollten.  Das QUOROM-Statement ist jedoch mittlerweile vom Prisma-Statement abgelöst worden. Ähnliche Statements für an…

Randomisierte kontrollierte Studie

Eine randomisierte kontrollierte Studie ist ein spezieller Typ einer experimentellen  Studie, die es erlaubt, den Nutzen oder Schaden einer Behandlung zu untersuchen.

Die Studienteilnehmer werden per Zufall unterschiedlichen Gruppen zugeordnet, sodass nicht vorhersehbar ist, wer in welche Gruppe kommt. Dann erhält beispielsweise die eine Gruppe ein Medikament A, die andere Gruppe ein Medikament B. Die zufällige Zuordnung zu den Gruppen ist notwendig, damit ein fairer Vergleich zwischen den Medikamenten möglich ist.

Wenn die Zuteilung nicht zufällig, sondern zum Beispiel durch eine Person vorgenommen wird, können sich die Gruppen schon zu Studienbeginn voneinander unterscheiden: Die zuteilende Person könnte zum Beispiel besonders kranke Menschen vor allem mit dem Medikament A und weniger kranke mit dem Medikament B behandeln. Dann hätte das Medikament B einen deutlichen Vorteil, und es wäre am Ende der Studie nicht klar, ob Medikament B wirklich besser als Medikament A ist.

Insbesondere die zufällige Zuteilung in einer randomisierten kontrollierten Studie bewirkt, dass man sich ziemlich sicher sein kann, dass die Unterschiede in den Ergebnissen der Gruppen am Ende der Studie tatsächlich auf die untersuchte Behandlung zurückzuführen sind und nicht auf irgendeine andere Ursache.

Eine randomisierte kontrollierte Studie ist ein spezieller Typ einer experimentellen  Studie, die es erlaubt, den Nutzen oder Schaden einer Behandlung zu untersuchen.

Die Studienteilnehmer werden per Zufall unterschiedlichen Gruppen zugeordnet, sodass nicht vorhersehbar ist, wer in welche Grupp…

Randomisierung

Verfahren, um Teilnehmer einer kontrollierten Studie frei von jeglichen Charakteristika auf die Untergruppen der Studie zu verteilen, zum Beispiel auf eine Interventions- und eine Kontrollgruppe.

Verfahren, um Teilnehmer einer kontrollierten Studie frei von jeglichen Charakteristika auf die Untergruppen der Studie zu verteilen, zum Beispiel auf eine Interventions- und eine Kontrollgruppe.

Rapid Report

Rapid Report bezeichnet einen Produkttyp des IQWiG. Rapid Reports werden vorrangig mit dem Ziel erstellt, kurzfristig über relevante Entwicklungen im Gesundheitswesen einschließlich neuer Technologien zu informieren. Dabei ist meist eine schnelle Bearbeitung notwendig. Der Ablauf der Erstellung von Rapid Reports unterscheidet sich von dem der Berichterstellung in 2 wesentlichen Punkten: 1. Es werden keine Berichtspläne und Vorberichte veröffentlicht, 2. Es erfolgt keine Anhörung. Rapid Reports werden im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) oder Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erstellt.

Rapid Report bezeichnet einen Produkttyp des IQWiG. Rapid Reports werden vorrangig mit dem Ziel erstellt, kurzfristig über relevante Entwicklungen im Gesundheitswesen einschließlich neuer Technologien zu informieren. Dabei ist meist eine schnelle Bearbeitung notwendig. Der Ablauf der Erstellung von …

Receiver Operating Characteristic

Oft grafisch aufbereitete Präsentation des Zusammenhangs zwischen den wesentlichen beiden Gütemaßen bei der Beurteilung diagnostischer Verfahren, nämlich Sensitivität und der Spezifität eines diagnostischen Verfahrens.

Oft grafisch aufbereitete Präsentation des Zusammenhangs zwischen den wesentlichen beiden Gütemaßen bei der Beurteilung diagnostischer Verfahren, nämlich Sensitivität und der Spezifität eines diagnostischen Verfahrens.

Regressionsanalyse

Statistisches Verfahren um Art und Stärke des Zusammenhangs zwischen einem Faktor und einer Zielgröße zu beschreiben, zum Beispiel die Abhängigkeit einer Krankheit vom Alter.

Statistisches Verfahren um Art und Stärke des Zusammenhangs zwischen einem Faktor und einer Zielgröße zu beschreiben, zum Beispiel die Abhängigkeit einer Krankheit vom Alter.

Regressionsmodell

Statistisches Verfahren, das Art und Stärke des Zusammenhangs zwischen mehreren Faktoren und einer Zielgröße beschreibt, zum Beispiel die Abhängigkeit einer Krankheit von Alter, Körpergewicht und Rauchverhalten.

Statistisches Verfahren, das Art und Stärke des Zusammenhangs zwischen mehreren Faktoren und einer Zielgröße beschreibt, zum Beispiel die Abhängigkeit einer Krankheit von Alter, Körpergewicht und Rauchverhalten.

Responder

Bezeichnung für Personen, die im Verlauf einer Studie ein definiertes Kriterium erfüllen. Zum Beispiel Patienten mit erhöhtem Blutdruck, bei denen nach Einnahme eines Medikaments der Blutdruck um einen definierten Betrag sinkt.

Bezeichnung für Personen, die im Verlauf einer Studie ein definiertes Kriterium erfüllen. Zum Beispiel Patienten mit erhöhtem Blutdruck, bei denen nach Einnahme eines Medikaments der Blutdruck um einen definierten Betrag sinkt.

Retrospektive Studie

In einer retrospektiven Studie ist das den Forscher interessierende Ereignis (zum Beispiel eine bestimmte Krankheit) zu Beginn der Studie schon eingetreten, und es wird rückblickend nach Risiko- bzw. Einflussfaktoren für das Eintreten gesucht.

In einer retrospektiven Studie ist das den Forscher interessierende Ereignis (zum Beispiel eine bestimmte Krankheit) zu Beginn der Studie schon eingetreten, und es wird rückblickend nach Risiko- bzw. Einflussfaktoren für das Eintreten gesucht.

Risiko

Absolutes Risiko: Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis bei einem einzelnen Menschen in einer bestimmten Zeit eintritt. Der Bereich liegt zwischen 0 (das Ereignis wird überhaupt nicht auftreten) und 1 (das Ereignis wird auf jeden Fall auftreten). Zum Beispiel bedeutet ein absolutes Risiko von 0,6, dass die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Ereignisses 60 % beträgt. Von 100 Personen werden also 60 betroffen sein.

Das relative Risiko basiert auf dem Vergleich von 2 absoluten Risiken. Wenn zum Beispiel in der Kontrollgruppe einer Studie 30 von 100 Teilnehmern gestorben sind, beträgt das Risiko 30 von 100 oder 0,30. Wenn in der Therapiegruppe 20 von 100 Teilnehmern gestorben sind, liegt das Risiko bei 0,20. Das relative Risiko ist das Verhältnis dieser beiden Risiken: 0,20 / 0,30 = 0,66. Dies wird oft auch in Prozent angegeben: Das relative Risiko beträgt 66 %. Ein relatives Risiko von 1 bedeutet, dass zwischen den Vergleichsgruppen kein Unterschied besteht. Bei Werten kleiner 1 ist das Risiko verringert, bei Werten größer 1 erhöht.

Absolutes Risiko: Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis bei einem einzelnen Menschen in einer bestimmten Zeit eintritt. Der Bereich liegt zwischen 0 (das Ereignis wird überhaupt nicht auftreten) und 1 (das Ereignis wird auf jeden Fall auftreten). Zum Beispiel bedeutet ein absolutes Risiko…

Risikoreduktion

Angabe zur Quantifizierung eines Therapieeffekts bei Endpunkten, die nur in 2 Ausprägungen vorliegen können (dichotome Endpunkte).Die absolute Risikoreduktion (ARR) beschreibt die Differenz der absoluten Risiken in Kontroll- und Therapiegruppe. Wenn zum Beispiel in der Kontrollgruppe einer Studie 30 von 100 Teilnehmern gestorben sind, beträgt das Risiko 30 von 100 oder 0,30. Wenn in der Therapiegruppe 20 von 100 Teilnehmern gestorben sind, liegt das Risiko bei 0,20. Die absolute Risikoreduktion beträgt 0,3–0,2 = 0,1. Dies wird oft auch in Prozent angegeben: Die absolute Risikoreduktion beträgt 10 %. Der Kehrwert der absoluten Risikoreduktion (ARR) ergibt die Number needed to treat (1/ARR = NNT).

Angabe zur Quantifizierung eines Therapieeffekts bei Endpunkten, die nur in 2 Ausprägungen vorliegen können (dichotome Endpunkte).Die absolute Risikoreduktion (ARR) beschreibt die Differenz der absoluten Risiken in Kontroll- und Therapiegruppe. Wenn zum Beispiel in der Kontrollgruppe einer Studie 30…

Screening

Ein Screening ist ein Früherkennungsprogramm (screening, engl. = Durchsiebung). Es richtet sich an Menschen, die sich nicht krank fühlen, und hat das Ziel, Krankheiten zu entdecken, bevor sie Beschwerden verursachen. Dies soll eine frühzeitige und dadurch erfolgreichere Behandlung ermöglichen. Ein Beispiel für ein Screeningprogramm ist das Röntgen der Brust (Mammografie) zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.

Ein Screening ist ein Früherkennungsprogramm (screening, engl. = Durchsiebung). Es richtet sich an Menschen, die sich nicht krank fühlen, und hat das Ziel, Krankheiten zu entdecken, bevor sie Beschwerden verursachen. Dies soll eine frühzeitige und dadurch erfolgreichere Behandlung ermöglichen. Ein B…

Screeningstudie

Studie, in der Vor- und Nachteile eines Screeningverfahrens untersucht werden.

Studie, in der Vor- und Nachteile eines Screeningverfahrens untersucht werden.

Sekundärdaten

Daten, die für Analysezwecke verwendet, aber nicht für diese erhoben wurden. Im Rahmen von Kosten-Nutzen-Bewertungen (KNB) werden beispielsweise Sekundärdaten verwendet, die zu Abrechnungszwecken in der gesetzlichen Krankenversicherung aufbereitet wurden. Dadurch kann unter anderem der Ressourcenverbrauch von Gesundheitsleistungen ermittelt werden.

Daten, die für Analysezwecke verwendet, aber nicht für diese erhoben wurden. Im Rahmen von Kosten-Nutzen-Bewertungen (KNB) werden beispielsweise Sekundärdaten verwendet, die zu Abrechnungszwecken in der gesetzlichen Krankenversicherung aufbereitet wurden. Dadurch kann unter anderem der Ressourcenver…

Sensitivität

Der Begriff Sensitivität (Empfindlichkeit) gibt an, wie zuverlässig ein medizinisches Diagnoseverfahren erkennt, ob man erkrankt ist. Ein Test hat eine hohe Sensitivität, wenn er bei der Suche nach einer bestimmten Krankheit möglichst viele erkrankte Menschen auch als krank erkennt. Das heißt, dass er nur wenige kranke Menschen übersieht.

Der Begriff Sensitivität (Empfindlichkeit) gibt an, wie zuverlässig ein medizinisches Diagnoseverfahren erkennt, ob man erkrankt ist. Ein Test hat eine hohe Sensitivität, wenn er bei der Suche nach einer bestimmten Krankheit möglichst viele erkrankte Menschen auch als krank erkennt. Das heißt, da…

Sensitivitätsanalyse

Verfahren, um festzustellen, wie empfindlich (sensitiv) eine Modellrechnung oder eine Analyse auf Veränderungen der Methodik reagiert – wenn also zum Beispiel einzelne Studien aus einer Auswertung herausgenommen werden.

Verfahren, um festzustellen, wie empfindlich (sensitiv) eine Modellrechnung oder eine Analyse auf Veränderungen der Methodik reagiert – wenn also zum Beispiel einzelne Studien aus einer Auswertung herausgenommen werden.

Spezifität

Der Begriff Spezifität gibt an, wie zuverlässig ein medizinisches Diagnoseverfahren erkennt, ob man nicht erkrankt ist. Ein Test hat eine hohe Spezifität, wenn er bei der Suche nach einer bestimmten Krankheit die nicht erkrankten Menschen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch als nicht erkrankt einstuft. Das heißt, dass er nur sehr wenige Menschen fälschlicherweise für krank hält.

Der Begriff Spezifität gibt an, wie zuverlässig ein medizinisches Diagnoseverfahren erkennt, ob man nicht erkrankt ist. Ein Test hat eine hohe Spezifität, wenn er bei der Suche nach einer bestimmten Krankheit die nicht erkrankten Menschen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch als nicht erkrankt ei…

Standardabweichung

Die Standardabweichung ist ein Maß für die Streuung von Messwerten, sie berechnet sich aus der Quadratwurzel der Varianz. Sie beschreibt in etwa den mittleren Abstand der einzelnen Messwerte zum Mittelwert.

Die Standardabweichung ist ein Maß für die Streuung von Messwerten, sie berechnet sich aus der Quadratwurzel der Varianz. Sie beschreibt in etwa den mittleren Abstand der einzelnen Messwerte zum Mittelwert.

Standardfehler

Der Standardfehler ist ein Maß für die Präzision von Schätzwerten und hängt von der Varianz in der Stichprobe und der Stichprobengröße ab. Er ist zum Beispiel hilfreich bei der Konstruktion von Konfidenzintervallen.

Der Standardfehler ist ein Maß für die Präzision von Schätzwerten und hängt von der Varianz in der Stichprobe und der Stichprobengröße ab. Er ist zum Beispiel hilfreich bei der Konstruktion von Konfidenzintervallen.

Stichprobe

Teilmenge einer Population. Stichproben werden stellvertretend für eine Population untersucht, wenn eine Untersuchung der gesamten Population nicht möglich oder zu aufwendig ist. Um repräsentativ für die Gesamtpopulation zu sein, muss die Stichprobe ohne Verzerrung ausgewählt worden sein. Idealerweise geschieht diese durch zufällige Auswahl.

Teilmenge einer Population. Stichproben werden stellvertretend für eine Population untersucht, wenn eine Untersuchung der gesamten Population nicht möglich oder zu aufwendig ist. Um repräsentativ für die Gesamtpopulation zu sein, muss die Stichprobe ohne Verzerrung ausgewählt worden sein. Idealerwei…

Subgruppenanalyse

In Subgruppenanalysen werden Effekte innerhalb von Untergruppen (zum Beispiel Geschlecht, Alter) einander gegenübergestellt. Ziel solcher Analysen ist es festzustellen, inwieweit sich die Stärke von Effekten oder gar die Effektrichtung zwischen den Untergruppen unterscheiden (siehe auch Interaktion).

In Subgruppenanalysen werden Effekte innerhalb von Untergruppen (zum Beispiel Geschlecht, Alter) einander gegenübergestellt. Ziel solcher Analysen ist es festzustellen, inwieweit sich die Stärke von Effekten oder gar die Effektrichtung zwischen den Untergruppen unterscheiden (siehe auch Interaktion)…

Surrogatendpunkt

Endpunkte, die selbst nicht von unmittelbarer Bedeutung für einen Patienten sind, aber mit patientenrelevanten Endpunkten assoziiert sind (zum Beispiel Senkung des Blutdrucks als Surrogatendpunkt für Vermeidung eines Schlaganfalls). Surrogatendpunkte sind oft physiologische oder biochemische Messwerte, die sich relativ schnell und einfach bestimmen lassen.

Surrogatendpunkt werden oft dann eingesetzt, wenn patientenrelevante Endpunkte erst mit einer längeren zeitlichen Verzögerung auftreten. Auch wenn ein Surrogatendpunkt mit einem Endpunkt assoziiert ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass eine Veränderung des Surrogatendpunkts mit einer gleichgerichteten Veränderung des patientenrelevanten Endpunkts einhergeht. Damit ein Surrogatendpunkt für eine Nutzenbewertung verwendet werden kann, muss letzteres (aus früheren Studien) nachgewiesen sein.

Endpunkte, die selbst nicht von unmittelbarer Bedeutung für einen Patienten sind, aber mit patientenrelevanten Endpunkten assoziiert sind (zum Beispiel Senkung des Blutdrucks als Surrogatendpunkt für Vermeidung eines Schlaganfalls). Surrogatendpunkte sind oft physiologische oder biochemische Messwer…

Survey

Umfrage, Bestandsaufnahme, Studie.

Umfrage, Bestandsaufnahme, Studie.

Systematische Übersicht

Eine systematische Übersicht (systematischer Review) ist eine zusammenfassende Forschungsarbeit zu einer klar formulierten Frage, die auf definierten Methoden und einem systematischen, reproduzierbaren Vorgehen basiert. Vorhandene Studien zu einer Frage werden recherchiert, auf Relevanz geprüft und kritisch bewertet. Aus den (aufgrund vorab definierter Kriterien) identifizierten Studien werden die Ergebnisse extrahiert und, wenn sinnvoll, mit statistischen Methoden (Meta-Analyse) zusammengefasst.

Eine systematische Übersicht (systematischer Review) ist eine zusammenfassende Forschungsarbeit zu einer klar formulierten Frage, die auf definierten Methoden und einem systematischen, reproduzierbaren Vorgehen basiert. Vorhandene Studien zu einer Frage werden recherchiert, auf Relevanz geprüft und …

Unerwünschte Wirkung

Ein schädliches Ereignis, das durch den Einsatz einer Intervention wie zum Beispiel der Einnahme eines Medikaments bedingt ist.

Ein schädliches Ereignis, das durch den Einsatz einer Intervention wie zum Beispiel der Einnahme eines Medikaments bedingt ist.

Unerwünschtes Ereignis

Bei einem unerwünschten Ereignis (UE) handelt es sich um ein schädliches Ereignis, das nach oder während des Einsatzes einer Intervention wie zum Beispiel der Einnahme eines Medikaments eintritt, wobei das Ereignis nicht zwingend kausale Folge der Intervention sein muss.

Bei einem unerwünschten Ereignis (UE) handelt es sich um ein schädliches Ereignis, das nach oder während des Einsatzes einer Intervention wie zum Beispiel der Einnahme eines Medikaments eintritt, wobei das Ereignis nicht zwingend kausale Folge der Intervention sein muss.

Validität

Man unterscheidet zwischen interner und externer Validität einer Studie.

Zur Bewertung der internen Validität muss überprüft werden, inwieweit der Einfluss verzerrender Faktoren durch die Machart der Studie minimiert wurde, ob also Effekte tatsächlich auf die untersuchte Therapie zurückzuführen sind.

Die externe Validität beschreibt die Übertragbarkeit (Generalisierbarkeit) der Studienergebnisse auf die den Anwender jeweils interessierende Fragestellung. Sie kann beispielsweise durch eine besondere Auswahl der Studienteilnehmer oder auch besonderer Qualifikation der Studienärzte beeinträchtigt werden, wenn diese anders sind als in der jeweiligen Anwendungssituation.

Man unterscheidet zwischen interner und externer Validität einer Studie.

Zur Bewertung der internen Validität muss überprüft werden, inwieweit der Einfluss verzerrender Faktoren durch die Machart der Studie minimiert wurde, ob also Effekte tatsächlich auf die untersuchte Therapie zurückzuführen sin…

Varianz

Die Varianz ist ein Maß für die Streuung von Messwerten. Sie beschreibt in etwa den mittleren quadrierten Abstand der einzelnen Messwerte zum Mittelwert.

Die Varianz ist ein Maß für die Streuung von Messwerten. Sie beschreibt in etwa den mittleren quadrierten Abstand der einzelnen Messwerte zum Mittelwert.

Verblindung

Maßnahme während einer vergleichenden Studie, um die Patienten aber auch Ärzte, Pflegepersonal und / oder Wissenschaftler bis zum Ende im Unwissen zu lassen, welche Patienten welche der zu vergleichenden medizinische Maßnahme erhalten haben. Ziel der Verblindung ist es, Verzerrungen zu minimieren, die entstehen können, wenn die Bewertung und die Behandlung durch die Kenntnis der zugewiesenen Maßnahme beeinflusst werden.

Oft gibt es Vorurteile, die bei Patienten oder Ärzten zur Überschätzung einer der Alternativen führen können. Möglich ist zudem, dass Ärzte Patienten einer Gruppe für benachteiligt halten und bei ihnen deshalb zusätzliche Maßnahmen ergreifen, die dann ebenfalls das Ergebnis verzerren können. Verblindung lässt sich in Therapiestudien zum Beispiel aufrechterhalten, indem eine Gruppe der Teilnehmer eine identisch erscheinende Schein- oder Placebobehandlung erhält, zum Beispiel identisch aussehende Tabletten. Verblindung ist auch dadurch möglich, dass dem Studienpersonal, das die Untersuchungsergebnisse auswertet, nicht mitgeteilt wird, zu welchen Patienten die Ergebnisse gehören.

In einfach-blinden Studien wissen nur die Patienten nicht über ihre Zuordnung Bescheid, in doppel-blinden Studien bleibt die Zuordnung dem Patienten, dem behandelnden Arzt sowie dem Erheber der Endpunkte verborgen. Die Terminologie ist hier jedoch nicht einheitlich, sodass in einer verblindeten Studie besser klar beschrieben werden sollte, wer genau verblindet ist.

Maßnahme während einer vergleichenden Studie, um die Patienten aber auch Ärzte, Pflegepersonal und / oder Wissenschaftler bis zum Ende im Unwissen zu lassen, welche Patienten welche der zu vergleichenden medizinische Maßnahme erhalten haben. Ziel der Verblindung ist es, Verzerrungen zu minimieren, d…

Verdeckte Zuteilung

Verdeckte Zuteilung (Allocation Concealment) ist der Sammelbegriff für Maßnahmen, die vor Beginn einer randomisierten kontrollierten Studie sicherstellen sollen, dass die Teilnehmer tatsächlich zufällig auf die Vergleichsgruppen aufgeteilt werden. Wenn Studienteilnehmer oder Forscher vorab wissen oder vorhersagen können, welcher Gruppe der nächste Teilnehmer zugeteilt wird, können sie zum Beispiel bestimmte Patienten von der Teilnahme an einer Studie abhalten. Das reduziert die Strukturgleichheit der Gruppen und erhöht die Gefahr eines Selektionsbias (Verzerrung durch Auswahl). Die Frage, ob eine Zuteilung tatsächlich verdeckt ist, ist ein wichtiges Kriterium für die Qualitätsbeurteilung einer randomisierten kontrollierten Studie.

Verdeckte Zuteilung (Allocation Concealment) ist der Sammelbegriff für Maßnahmen, die vor Beginn einer randomisierten kontrollierten Studie sicherstellen sollen, dass die Teilnehmer tatsächlich zufällig auf die Vergleichsgruppen aufgeteilt werden. Wenn Studienteilnehmer oder Forscher vorab wissen od…

Verum

Verum ist die wissenschaftliche Bezeichnung für ein „echtes“ Medikament – das heißt, für ein Mittel mit einem oder mehreren Inhaltsstoffen (Wirkstoffen), die eine Wirkung auf den Organismus haben. Placebos (Scheinmedikamente) dagegen enthalten keinerlei wirksame Inhaltsstoffe.

Verum ist die wissenschaftliche Bezeichnung für ein „echtes“ Medikament – das heißt, für ein Mittel mit einem oder mehreren Inhaltsstoffen (Wirkstoffen), die eine Wirkung auf den Organismus haben. Placebos (Scheinmedikamente) dagegen enthalten keinerlei wirksame Inhaltsstoffe.

Vierfeldertafel

Tabelle zur vergleichenden Darstellung der Ergebnisse von 2 Therapie- oder Diagnoseverfahren. Der Kern besteht aus 2 Spalten und 2 Zeilen, die 4 Tabellenfelder ergeben. Für diagnostische Verfahren lassen sich zum Beispiel Sensitivität und Spezifität aus einer Vierfeldertafel ableiten.

Tabelle zur vergleichenden Darstellung der Ergebnisse von 2 Therapie- oder Diagnoseverfahren. Der Kern besteht aus 2 Spalten und 2 Zeilen, die 4 Tabellenfelder ergeben. Für diagnostische Verfahren lassen sich zum Beispiel Sensitivität und Spezifität aus einer Vierfeldertafel ableiten.

Vorbericht

Zwischenschritt in der Erstellung eines Berichts. Der Vorbericht beschreibt die vorläufigen Ergebnisse der Arbeit des IQWiG. An die Veröffentlichung eines Vorberichts schließt sich eine Anhörung an, deren Ergebnis in den entsprechenden Abschlussbericht einfließt.

Zwischenschritt in der Erstellung eines Berichts. Der Vorbericht beschreibt die vorläufigen Ergebnisse der Arbeit des IQWiG. An die Veröffentlichung eines Vorberichts schließt sich eine Anhörung an, deren Ergebnis in den entsprechenden Abschlussbericht einfließt.

Weltgesundheitsorganisation

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Hauptsitz in Genf, die sich auf internationaler Ebene mit Fragen der öffentlichen Gesundheit befasst. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, für alle Menschen weltweit eine bestmögliche Gesundheit zu erreichen. Gesundheit wird dabei als „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“ verstanden. Um dies zu erreichen, entwickelt die WHO unter anderem in gesundheitsbezogenen Bereichen Leitlinien und Standards, koordiniert Aktivitäten im Kampf gegen übertragbare Krankheiten, lanciert globale Impfprogramme und analysiert weltweite Gesundheits- und Krankheitsdaten.

Die WHO im Internet: www.who.int

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Hauptsitz in Genf, die sich auf internationaler Ebene mit Fragen der öffentlichen Gesundheit befasst. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, für alle Menschen weltweit eine bestmögliche Gesundhe…

Zielgröße

Krankheits- oder behandlungsbedingte Veränderungen können in Bezug auf verschiedene Zielgrößen gemessen werden. Zielgrößen sind zum Beispiel Mortalität, Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität. Eine Zielgröße umfasst meist verschiedene Endpunkte. Beispielsweise kann die Zielgröße Mortalität den Endpunkt Gesamtsterblichkeit und den Endpunkt Mortalität bedingt durch koronare Herzerkrankung umfassen. Morbidität kann zum einen den Endpunkt nicht tödlicher Herzinfarkt und zum anderen den Endpunkt unerwünschte Ereignisse umfassen.

Krankheits- oder behandlungsbedingte Veränderungen können in Bezug auf verschiedene Zielgrößen gemessen werden. Zielgrößen sind zum Beispiel Mortalität, Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität. Eine Zielgröße umfasst meist verschiedene Endpunkte. Beispielsweise kann die Zielgröße Mortalitä…

graue Literatur

Als graue Literatur wird Informationsmaterial bezeichnet, das nicht in per Computerrecherche leicht zugänglichen Zeitschriften oder Datenbanken publiziert ist. Dazu gehören zum Beispiel Dissertationen.

Als graue Literatur wird Informationsmaterial bezeichnet, das nicht in per Computerrecherche leicht zugänglichen Zeitschriften oder Datenbanken publiziert ist. Dazu gehören zum Beispiel Dissertationen.

nicht systematische Übersicht

Gutachten, das nicht auf den Methoden basiert, wie sie bei systematischen Übersichten eingesetzt werden. Die Folge ist zum Beispiel eine subjektive Teilauswahl der im Gutachten berücksichtigten Studien.

Gutachten, das nicht auf den Methoden basiert, wie sie bei systematischen Übersichten eingesetzt werden. Die Folge ist zum Beispiel eine subjektive Teilauswahl der im Gutachten berücksichtigten Studien.

p-Wert

Der p-Wert (p von probability) beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass der in einer Studie beobachtete Effekt nicht auf Unterschieden zwischen Gruppen, sondern nur auf zufälligen Schwankungen beruht. Ein p-Wert kann zwischen 0 und 1 liegen. Per Übereinkunft wird für die meisten Fragestellungen ein p-Wert gleich oder kleiner 0,05 als statistisch signifikant angesehen.

Der p-Wert (p von probability) beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass der in einer Studie beobachtete Effekt nicht auf Unterschieden zwischen Gruppen, sondern nur auf zufälligen Schwankungen beruht. Ein p-Wert kann zwischen 0 und 1 liegen. Per Übereinkunft wird für die meisten Fragestellungen ein p…

prädiktive Werte

Prädiktive Werte geben Aufschluss darüber, wie zuverlässig eine bestimmte Diagnose ist. Der positive prädiktive Wert beschreibt den Anteil der Personen mit positivem Testergebnis, bei denen die gesuchte Krankheit auch tatsächlich vorliegt. Der negative prädiktive Wert beschreibt den Anteil der Personen mit negativem Testergebnis, die tatsächlich frei von der gesuchten Krankheit sind. Beide Werte hängen zum einen von der Sensitivität und Spezifität des Diagnoseverfahrens, zum anderen von der Prävalenz der Erkrankung in der untersuchten Gruppe ab.

Prädiktive Werte geben Aufschluss darüber, wie zuverlässig eine bestimmte Diagnose ist. Der positive prädiktive Wert beschreibt den Anteil der Personen mit positivem Testergebnis, bei denen die gesuchte Krankheit auch tatsächlich vorliegt. Der negative prädiktive Wert beschreibt den Anteil der Perso…

schweres unerwünschtes Ereignis

Ein unerwünschtes Ereignis (siehe dort), das sich durch einen besonders hohen Schweregrad auszeichnet. Es handelt sich dabei zum Beispiel um lebensbedrohliche Ereignisse, oder solche, die zu einer starken Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Je nach Definition wird dabei der Zusatz „schweres“ oder „schwerwiegendes“ unerwünschtes Ereignis verwendet.

Ein unerwünschtes Ereignis (siehe dort), das sich durch einen besonders hohen Schweregrad auszeichnet. Es handelt sich dabei zum Beispiel um lebensbedrohliche Ereignisse, oder solche, die zu einer starken Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Je nach Definition wird dabei der …

stratifizierte Randomisierung

Variante der Randomisierung, bei der die Teilnehmer zuerst anhand von wichtigen Eigenschaften in Untergruppen aufgeteilt werden. Dann werden die Teilnehmer jeder Untergruppe per Zufall den Studiengruppen zugeteilt. Das soll sicherstellen, dass Eigenschaften mit besonders starker Bedeutung für eine Krankheit auch tatsächlich gleich auf die Studiengruppen verteilt werden.

Variante der Randomisierung, bei der die Teilnehmer zuerst anhand von wichtigen Eigenschaften in Untergruppen aufgeteilt werden. Dann werden die Teilnehmer jeder Untergruppe per Zufall den Studiengruppen zugeteilt. Das soll sicherstellen, dass Eigenschaften mit besonders starker Bedeutung für eine K…

Äquivalenzbereich

Vorab definierter Wertebereich, innerhalb dessen Ergebnisse unterschiedlicher medizinischer Maßnahmen als gleichwertig betrachtet werden.

Vorab definierter Wertebereich, innerhalb dessen Ergebnisse unterschiedlicher medizinischer Maßnahmen als gleichwertig betrachtet werden.

Äquivalenzstudie

Klinische Studien zielen meist auf den Nachweis, dass eine medizinische Maßnahme einer anderen überlegen ist. In Äquivalenzstudien wird dagegen eine sogenannte Äquivalenzfragestellung oder Äquivalenzhypothese untersucht, ob 2 oder mehr medizinische Maßnahmen sich so wenig unterscheiden, dass dies klinisch ohne Bedeutung ist. Liegt der beobachtete Unterschied inklusive der statistischen Unsicherheit innerhalb eines vordefinierten Wertebereichs (Äquivalenzbereichs), können die Maßnahmen als gleichwertig betrachtet werden.

Klinische Studien zielen meist auf den Nachweis, dass eine medizinische Maßnahme einer anderen überlegen ist. In Äquivalenzstudien wird dagegen eine sogenannte Äquivalenzfragestellung oder Äquivalenzhypothese untersucht, ob 2 oder mehr medizinische Maßnahmen sich so wenig unterscheiden, dass dies kl…

Überlebenszeitanalyse

Statistisches Verfahren zur Auswertung von Daten, die die Zeit bis zum Eintritt eines Ereignisses beschreiben, zum Beispiel bis zum Tod (daher der Begriff „Überlebenszeitanalyse“), aber auch bis zum Eintritt von Ereignissen wie Krankheitsausbruch oder auch Heilung.

Statistisches Verfahren zur Auswertung von Daten, die die Zeit bis zum Eintritt eines Ereignisses beschreiben, zum Beispiel bis zum Tod (daher der Begriff „Überlebenszeitanalyse“), aber auch bis zum Eintritt von Ereignissen wie Krankheitsausbruch oder auch Heilung.

Überlegenheitsstudie

Klinische Studie, die auf den Nachweis zielt, dass eine medizinische Maßnahme einer anderen überlegen ist.

Klinische Studie, die auf den Nachweis zielt, dass eine medizinische Maßnahme einer anderen überlegen ist.

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