Brotkrumenpfad

05.02.2018

ThemenCheck Medizin: Erstes Berichtsprotokoll veröffentlicht

Methoden zur Bewertung der Musiktherapie in der Krebsbehandlung festgelegt

Im Zuge des 2016 gestarteten Verfahrens zur Klärung offener Fragen der Gesundheitsversorgung hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am Montag auf seiner Website „ThemenCheck Medizin“ das erste Berichtsprotokoll zu einem Health-Technology-Assessment-Bericht (kurz: HTA-Bericht) veröffentlicht. Das Thema geht auf einen Vorschlag aus der Bevölkerung zurück. Geklärt werden soll die Frage, ob eine begleitende Musiktherapie für Patientinnen und Patienten mit Krebs zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

Verfasst wurde das Berichtsprotokoll von einer Arbeitsgruppe aus Österreich, die auch den HTA-Bericht schreiben wird – auf Basis der Methoden des IQWiG, das als Herausgeber auftritt. Das Institut hat auch das für alle Bürgerinnen und Bürger offene Vorschlagsverfahren und die Auswahl der Themen organisiert. Die Ergebnisse wird es auf der Website „ThemenCheck Medizin“ veröffentlichen und an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) übermitteln.

Führt das Hören von Musik oder aktives Musizieren zu messbaren Verbesserungen?

Krebserkrankungen und ihre Behandlung sind mit erheblichen Belastungen und Ängsten verbunden. Von einer Musiktherapie, die etwa die Chemotherapie, Bestrahlung oder Immuntherapie oder auch eine palliative Versorgung begleitet, erhoffen sich die Anbieter Verbesserungen der Lebensqualität, etwa Entspannung oder Aktivierung, und unter Umständen auch Verbesserungen in anderen patientenrelevanten Endpunkten, zum Beispiel eine Schmerzlinderung.

Man unterscheidet zwischen einer rezeptiven Therapie, also dem Hören von Musik mit anschließender Aufarbeitung des Erlebten, und einer aktiven Therapie, in der entweder improvisiert wird (beispielsweise mit Percussion-Instrumenten) oder aber Stücke oder Lieder eingeübt werden – gegebenenfalls in Verbindung mit einer Verbalisierung des Erlebten und Gefühlten.

Mehr als eine Nutzenbewertung

Im Bericht soll das Thema umfassend betrachtet werden: Nutzenbewertung, eine gesundheitsökonomische Bewertung und eine Auseinandersetzung mit ethischen, organisatorischen, sozialen und rechtlichen Aspekten werden zu einem Gesamtergebnis zusammengeführt. Für diese Ziele haben die Autorinnen und Autoren im Berichtsprotokoll Methoden zur Informationsbeschaffung und Auswertung sowie Kriterien für den Einschluss von Studien definiert.

Lebensqualität nimmt breiten Raum ein

„Für Krebskranke und ihre Angehörigen ist wichtig, wie sie im täglichen Leben zurechtkommen, ob und wie gut sie am Berufsleben und am sozialen Leben teilhaben können, wie sie ihre Krankheit bewältigen und ob sie sich wohlfühlen“, erklärt Ulrich Siering, der im IQWiG für den ThemenCheck Medizin mitverantwortlich ist. „Deshalb wird in der Nutzenbewertung viel Wert auf patientenrelevante Endpunkte gelegt, mit denen sich beispielsweise der Einfluss einer Musiktherapie auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität untersuchen lässt.“

Auf der Basis des jetzt veröffentlichten Protokolls werden die Autorinnen und Autoren einen vorläufigen Bericht verfassen, zu dem alle Interessierten Stellungnahmen abgeben können. Danach wird der Basisbericht finalisiert. Außerdem schreiben die Autoren eine allgemein verständliche Version, und das IQWiG ergänzt das Paket um einen Herausgeberkommentar. „Uns ist sehr daran gelegen, dass die Menschen, die uns die Themen vorgeschlagen haben, am Ende klare und verständliche Antworten auf ihre Fragen erhalten“, so Siering.

Die Veröffentlichung des vorläufigen Basisberichts ist für das letzte Quartal des Jahres 2018 vorgesehen.


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