Brotkrumenpfad

04.06.2019

16. HTAi-Jahreskongress 2019 in Köln: Internationale Experten blicken in die HTA-Zukunft

Neue Behandlungsoptionen / Personalisierte Medizin / Bedeuten „mehr Daten“ auch „bessere Daten“? / Geeignete Methoden / Internationale Zusammenarbeit

Mit einer Keynote wird Francesca Colombo, Leiterin der Division Gesundheit bei der OECD am 17. Juni in das wissenschaftliche Programm des HTAi-Jahreskongresses in Köln einführen: Patientenzentrierte Gesundheitswesen und evidenzbasierte Gesundheitspolitik auf Basis von international vergleichbaren Daten sind ihre zentralen Themen – und die des Kongresses.

Rund 1100 Fachleute für die Bewertung von medizinischen Verfahren und Technologien (engl. Health Technology Assessment= HTA) aus rund 65 Ländern werden vom 15. bis 19. Juni 2019 zur Jahrestagung der internationalen Fachgesellschaft HTA International (HTAi) in Köln erwartet. Federführend bei der Koordination des wissenschaftlichen Kongressprogramms war Alric Rüther, Leiter des Stabsbereichs Internationale Beziehungen beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts sind beim diesjährigen HTAi-Kongress aktiv in zahlreichen Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen, Panels, Arbeitsgruppen und Workshops sowie mit Vorträgen, Postern und Vignetten.

HTA nach 2020

Wie kann sich HTA nach 2020 weiterentwickeln? Gerade für Europa ist das eine brisante Frage, weil 2020 die Förderung der EU-Kommission für das europäische HTA-Netzwerk (EUnetHTA) ausläuft. Auf politischer Ebene wird aktuell kontrovers über eine mögliche Vereinheitlichung von HTA in Europa diskutiert: Sollten die primär von einer HTA-Agentur eines Landes erarbeiteten Bewertungsergebnisse auf alle übrigen Mitgliedstaaten verbindlich übertragen werden? Können von mehreren Ländern gemeinsam erstellte Bewertungen von anderen Ländern genutzt werden, vielleicht sogar weltweit?

Diese grundlegenden und viele weitere Fragen diskutieren HTA-Fachleute aus aller Welt beim diesjährigen HTAi-Kongress in Köln: Die drei großen Podiumsdiskussionen widmen sich der internationalen Anwendbarkeit von europäischen HTA-Bewertungen auf andere Gesundheitssysteme, der Herausforderung zunehmender Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie dem smarten Aufbau von HTA-Kapazität weltweit in methodischer wie institutioneller Hinsicht.

In 50 Panels, 10 Arbeitsgruppen und 26 Workshops sowie zahlreichen Vorträgen und Postern werden die wichtigen Aspekte der internationalen HTA-Arbeit vorgestellt und diskutiert – vom Umgang mit Big Data und Real World Evidence in der HTA-Forschung über die Bewertung von Medizinprodukten, HTA bei seltenen Krankheiten, die Patienten- und Bürgerbeteiligung und Preisbildung bis hin zur Analyse von Social Media und der verlässlichen Informationsbeschaffung (engl. information retrieval).

Health Technology Assessment International

Veranstalter des Kongresses ist „Health Technology Assessment International”, kurz HTAi. In dieser nicht kommerziellen Gesellschaft sind weltweit Expertinnen und Experten organisiert, die HTA-Berichte entweder selbst erstellen oder diese für ihre Entscheidungen in Gesundheitswesen oder -politik nutzen. Aktuell sind rund 82 Organisationen und gut 2500 Personen aus 65 Ländern dort Mitglied – auch das IQWiG, das das wissenschaftliche Programm des diesjährigen HTAi-Kongresses koordiniert.

Das ebenfalls in Köln ansässige DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information), eine nachgeordnete Behörde des Bundesgesundheitsministeriums, ist für die Organisation des Kongresses vor Ort verantwortlich.


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